Handy-Hersteller
Motorola fehlt neues Erfolgshandy

Die Krise des amerikanischen Handy-Herstellers Motorola setzt dessen Vorstandschef Ed Zander zunehmend unter Druck. Weil die Kunden weltweit Mobiltelefone der Konkurrenz bevorzugen, sind die Zahlen auch im abgelaufenen zweiten Quartal miserabel.

fmk/jojo/lou DÜSSELDORF/TOKIO. Seit Donnerstag rechnet das Management von Motorola offiziell mit einem Verlust in Höhe von zwei bis vier US-Cent pro Aktie. Zuvor hatte es zwei bis drei Cent Gewinn je Aktie angekündigt.

„Viele Investoren finden, Zander sollte darüber nachdenken, Motorola zu verlassen“, sagte Pablo Perez-Fernandez, Analyst bei Global Crown Capital in San Francisco. Zander habe versäumt, einen Nachfolger für sein Erfolgshandy Razr zu entwickeln, und einseitig Kosten gesenkt, statt der Marke neuen Glanz zu verleihen. Zwar kommt Motorola in diesem Monat mit dem Razr 2 auf den Markt. Analysten erwarten jedoch, dass es deutlich weniger Marge bringt als etwa Apples iPhone, der neue Star in den US-Telefonläden.

„Motorola ist es nicht gelungen, weitere erfolgreiche Modelle zu platzieren“, sagte Carolina Milanesi vom Marktforscher Gartner. Das zeigt sich seit Monaten in sinkenden Umsätzen und Gewinnen. Motorola war bereits Anfang des Jahres in die roten Zahlen gerutscht. Die genauen Ergebnisse für das zweite Quartal legt das Unternehmen nächste Woche vor. Die Krise schlägt sich auch im Aktienkurs nieder: Seit dem Höchststand im Herbst bei 26 Dollar ging es bergab. Gestern notierte das Papier in den USA etwas leichter bei 17,85 Dollar. Bislang reagiert Zander vor allem mit Sparanstrengungen: Seit Jahresbeginn hat er in zwei Schritten angekündigt, insgesamt 7500 Stellen zu streichen. Damit schrumpft die Belegschaft um über zehn Prozent.

Dennoch hatte Großanleger Carl Icahn Anfang Mai einen Putschversuch gegen Zander gestartet, war damit aber gescheitert. Icahn hält mit Partnern rund drei Prozent an Motorola. Der Investor hatte von Zander verlangt, die Liquiditätsreserve von rund elf Mrd. Dollar an die Aktionäre zu verteilen, und wollte in den Verwaltungsrat aufsteigen.

Zander war in der letzten Konzern-Krise als Sanierer zu Motorola gekommen. Mit dem Satelliten-Telefonsystem Iridium hatte der Konzern damals Milliarden versenkt, seine Handy-Modelle lagen wie Blei in den Regalen der Händler. Der ehemalige Sun-Manager trennte sich von der Halbleitersparte und brachte neue Handys auf den Markt. Der Renner wurde „Razr“. Das sehr flache Klapptelefon, das Motorola 2004 auf den Markt brachte, ist das meistverkaufte Handy aller Zeiten.

Analysten gehen davon aus, dass die aktuellen Probleme von Motorola hausgemacht sind, die Branche insgesamt stabil ist. „Der Grund für den Verlust liegt mehr oder weniger bei Motorola selbst“, sagt Roland Pitz von der Hypo-Vereinsbank. So hätten die Wettbewerber die Preise für Billighandys schneller gesenkt.

Seite 1:

Motorola fehlt neues Erfolgshandy

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%