Handy-Telefonate im Ausland
EU-Staaten wollen mildere Roaming-Obergrenzen

Die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten wollen den Mobilfunkbetreibern eine deutlich geringere Begrenzung der Roaminggebühren für Telefonate im Ausland vorschreiben als das EU-Parlament. Zudem wollen die Regierungen eine Klausel einbauen, die den meisten Kunden niedrigere Gebühren vorenthalten würde.

HB BERLIN. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag bestätigte, hat Deutschland als Inhaber der EU-Ratspräsidentschaft Obergrenzen bei den Roaminggebühren vorgeschlagen, die mit den anderen Mitgliedsstaaten abgestimmt sind. Wer in einem ausländischen Netz mit seinem Handy Anrufe tätige, solle pro Minute nicht mehr als 60 Cent bezahlen; wer angerufen werde, nicht mehr als 30 Cent. „Das ist die Basis, in die wir in die Gespräche am Dienstag mit Kommission und Parlament gehen“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

Der Industrieausschuss des Parlaments hatte dagegen jüngst verlangt, dass abgehende Gespräche in ausländischen Handy-Netzen nicht mehr als 40 Cent pro Minute kosten, ankommende Anrufe nicht mehr als 15 Cent. Dazu käme jeweils die Mehrwertsteuer.

In der Vergangenheit hatte sich die deutsche EU-Ratsmitgliedschaft für 50 Cent und 25 Cent ausgesprochen. Hier könne nun aber ein Kompromiss mit dem Parlament liegen, hieß es in Regierungskreisen. Mit einem Durchbruch bereits in der ersten Verhandlungsrunde mit dem Parlament war nach Einschätzung eines Diplomaten nicht zu rechnen.

Nach Informationen der „Berliner Zeitung“ will die Bundesregierung den Telekommunikationskonzernen im Namen aller EU-Regierungen nur vorschreiben, die Obergrenzen nur bei Neuverträgen zu beachten. Bestehende Handy-Verträge sollten unverändert bleiben, der Kunde müsste also auf einen neuen Tarif umsteigen, um im Ausland billiger mobil telefonieren zu können oder angerufen zu werden. Der Industrieausschuss will die Obergrenzen dagegen verbindlich für alle Kunden vorschreiben.

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