Handy-Telefonate im Ausland
Teures Vergnügen Roaming

Nach Handy-Gesprächen im Ausland hat schon so manchen Urlauber oder Geschäftsreisenden später beim Blick auf die Telefonrechnung der Schlag getroffen. Der Grund dafür sind die so genannten Roaming-Gebühren.

HB DÜSSELDORF. Der Begriff Roaming kommt von dem englischen Verb „to roam“ und heißt auf Deutsch so viel wie wandern, umherstreifen. In der Telekommunikation bedeutet Roaming, dass man per Handy auch über Fremdnetze telefonieren kann, obwohl man dort kein Kunde ist, zum Beispiel im Ausland. Denn nicht jeder Mobilfunkanbieter betreibt überall ein eigenes Netz. Für den Wechsel in ein anderes Netz müssen die Kunden allerdings Gebühren zahlen.

Während diese Gebühren im Inland relativ niedrig sind, fallen die Kosten bei Handygesprächen im Ausland teilweise recht hoch aus und sind in den einzelnen EU-Staaten höchst unterschiedlich. Mitunter werden bis zu drei Euro verlangt. Deswegen wird auch empfohlen, die Mailbox abzuschalten, wenn man im Ausland ist, da es sonst teuer werden kann, diese abzurufen. Es kann sogar Geld kosten, wenn jemand auf die Mailbox spricht.

Die Roaming-Gebühren sind für die Anbieter von Mobilfunknetzen eine wichtige Einnahmequelle. Mit jährlich fünf Mrd. Euro entfallen knapp sechs Prozent der gesamten Umsätze darauf. Vor allem Anbieter in südlichen Urlaubsländern, wie die spanische Telefónica und Telecom Italia, bitten die Mobilfunknutzer kräftig zur Kasse.

Nach Einschätzung der EU-Kommission ist etwa jeder dritte Bürger - 147 Millionen Menschen - von den Roaming-Gebühren betroffen. Mehr als zwei Drittel davon sind Geschäftsreisende.

Neuer Euro-Tarif für Handy-Telefonate

Der neue meist günstigere Euro-Tarif für Mobilfunkgespräche im EU-Ausland wird voraussichtlich ab August verfügbar sein. Für Anrufe von einem EU-Staat aus ist ein einheitlicher Höchstpreis von 49 Cent pro Gesprächsminute vorgesehen, hinzu kommt die Mehrwertsteuer - in Deutschland liegt die Preisgrenze damit praktisch bei 58,31 Cent. Diese Grenze soll im kommenden Jahr auf 46 Cent netto (54,74 Cent brutto) und 2009 auf 43 Cent netto (51,17 Cent brutto) pro Gesprächsminute gesenkt werden.

Für die Annahme eines Handy-Gesprächs im EU-Ausland werden die Preise noch deutlicher sinken: Zunächst auf 24 Cent netto pro Gesprächsminute, 2008 dann auf 22 Cent und 2009 auf 19 Cent. Die deutschen Brutto-Höchstgrenzen sind entsprechend 28,56 Cent, 26,18 Cent und 22,61 Cent.

Nach der Verabschiedung der neuen Preisgrenzen durch das EU-Parlament am Mittwoch muss die Neuregelung noch von den EU-Regierungen bestätigt werden, die auf Botschafterebene bereits ihre Zustimmung erteilt haben. Der endgültige Beschluss der zuständigen Wirtschaftsminister wird am 7. Juni erwartet. Frühestens am 29. Juni kann die Richtlinie nach Angaben der deutschen Ratspräsidentschaft im EU-Amtsblatt erscheinen. Einen Monat später müssen die Mobilfunkbetreiber ihre Kunden anschreiben und ihnen den Euro-Tarif anbieten.

Wer ihn dann sofort anfordert, muss binnen zwei Wochen auf den neuen Tarif umgestellt werden. Verbraucher, die nicht auf das Schreiben reagieren, werden zwei Monate nach dessen Eingang - also Ende September - in den Euro-Tarif übernommen. Nur wer ausdrücklich widerspricht oder etwa auf Grund einer Flatrate oder anderer Paketlösungen schon von günstigeren Roaming-Gebühren profitiert, bleibt bei seinem bisherigen Vertrag.

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