Handyreparatur in Eigenregie Wenn das Smartphone mal kaputt ist

In Smartphones steckt viel Hightech auf kleinstem Raum. Da kann schon ein kleiner Sturz böse Folgen haben. Welche Reparaturen Sie selbst erledigen können – und was Sie lieber dem Fachmann überlassen sollten.
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Wer selbst beim kaputten Smartphone Hand anlegen will, braucht dafür manchmal spezielle Schraubenzieher aus dem Fachhandel. Einige Dienstleister verkaufen ganze Reparatursets. Quelle: dpa
Smartphone selbst reparieren

Wer selbst beim kaputten Smartphone Hand anlegen will, braucht dafür manchmal spezielle Schraubenzieher aus dem Fachhandel. Einige Dienstleister verkaufen ganze Reparatursets.

(Foto: dpa)

Wird ein beschädigtes Smartphone zum Hersteller geschickt, dauert die Reparatur oft Wochen und kann mitunter sehr teuer werden. Und auch freie Dienstleister sind keine Garanten für kostengünstige Reparaturen. Daher kann es sich lohnen, über einen Reparaturversuch in Eigenregie nachzudenken. Doch eins gleich vorweg: Längst nicht alle Reparaturen am Handy sind für den Laien zu empfehlen. Einige erfordern tiefe Fachkenntnisse oder spezielles Werkzeug.

Fällt ein Smartphone zu Boden, werden meist zuerst Gehäuse oder Display in Mitleidenschaft gezogen. Je nach Modell lassen sich Gehäuseteile nachkaufen und leicht selbst wechseln. Die Bildschirme sind aber komplizierter.

Erste Hilfe bei Handy-Unfällen
Smartphone unter Wasser
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Hier zählt Schnelligkeit, sagt Rainer Beckmann, der ein Repair-Café in Düsseldorf betreibt. „Zunächst: Sofort ausschalten, sollte es noch eingeschaltet sein. Als Nächstes sind alle losen Teile wie Sim- oder SD-Karte und der Akku zu entfernen”, rät er. Dann wird sichtbares Wasser abgetupft und das Smartphone für 24 bis 48 Stunden in einen Beutel Reis gelegt. Reis entzieht die restliche Feuchtigkeit.

Smartphone unter Wasser
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Mit etwas Glück funktioniert das Smartphone danach wieder. Auch wenn dann nicht garantiert ist, dass es keine Folgeschäden gibt, sagt Cem Caliskan, Mobilfunkhändler aus Erkrath. Deshalb führt auch kein seriöser Händler bei solchen Schäden eine Reparatur durch.

Sperrcode vergessen
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iPhones werden gelöscht, wenn man zu oft den falschen Code eingibt. Dann lassen sie sich per iCloud, iTunes oder den Wartungszustand entsperren und wiederherstellen. Ohne Datensicherung sind dann allerdings alle Daten futsch. Genaue Anleitung zum Wiederherstellen gesperrter Telefon gibt Apple auf seiner Webseite.

Sperrcode vergessen
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Androidbesitzer können ab Version 5.0 Googles Android Geräte-Manager auf der Google-Webseite nutzen, um die Passwortsperre zurückzusetzen. Eine Einschränkung gibt es aber: Der Geräte-Manager muss auf dem Smartphone aktiviert sein, bevor man den Code vergisst.

Display kaputt
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Ein gesprungenes Display kann noch funktionieren. Markus Merkle warnt aber davor, es über einen längeren Zeitraum weiter zu verwenden. „Einerseits können durch die Risse Schmutzpartikel und Feuchtigkeit ins Telefon eindringen, andererseits besteht Verletzungsgefahr für den Benutzer.” Erste Hilfe für das Display kann hier auch nachträglich eine Schutzfolie als „Pflaster” sein. In jedem Fall sollte aber das Display so schnell wie möglich ausgetauscht werden.

Zerkratztes Display
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„Displayfolien sind unerlässlich”, sagt Caliskan. Dann kommt es erst gar nicht so weit. Alle paar Monate sollte die Folie ersetzt werden. Wenn das Display leicht zerkratzt ist, helfen auch bestimmte Polituren. Hierbei rät Markus Merkle von „Handysektor.de”: „Setzen Sie auf Markenqualität. Gute Polituren geben an, für welche Modelle sie geeignet sind.” Der Grund: Einige Smartphones haben Glas-, andere Kunststoffdisplays und brauchen unterschiedliche Polituren. Vom Polieren mit Zahnpasta rät er dringend ab.

Handy ist „eingefroren” und reagiert nicht mehr
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Den Akku entnehmen und wieder einsetzen, ist der leichteste Weg. Geht das nicht, hilft ein „Hard Reset”. Dazu werden bei Androidgeräten meist der Knopf für die Displaysperre und eine der beiden Lautstärketasten zusammen gedrückt. Bei iPhones müssen gleichzeitig die Home- und die Sperrtaste gedrückt gehalten werden. Im Zweifel wartet man, bis der Akku sich selbst geleert hat. Manchmal wirkt auch ein Anruf auf dem streikenden Telefon Wunder.

„Displays sind oft eine verklebte Einheit, bestehend aus Scheibe, Touchscreen und oft auch dem Displayrahmen”, erklärt Hannes Czerulla vom „c't”-Fachmagazin. „Es ist schwierig, diese zu trennen, ohne die anderen Komponenten zu beschädigen.” Kleber lässt sich durch Erwärmung - etwa per Haartrockner - lösen. Aber Vorsicht: Bei zu großer Hitze können sich Kunststoffteile verbiegen, so dass sie danach nicht mehr passen.

Für Ersatzdisplays gibt es einen großen Markt. Während viele Hersteller ihre Originaldisplays auch als Ersatzteil anbieten, muss bei Apple-Geräten ein Display einer anderen Firma gekauft werden. Bei vielen Anbietern, die Reparaturanleitungen online stellen, kann man auch gleich Komplettsets aus Ersatzteilen und benötigtem Werkzeug bestellen.

Häufig versagt der Akku bei einem Smartphone als erstes. Sofern dieser nicht verklebt ist, lässt er sich sehr einfach austauschen, sagt Czerulla. Beim Umgang mit Akkus rät der Experte aber zu äußerster Vorsicht: Wird der Akku beim Wechsel verbogen oder anderweitig beschädigt, könnte er sich aufblähen und im schlimmsten Fall sogar Feuer fangen. Auch beim Kauf von Ersatzakkus empfiehlt es sich, bei seriösen Händlern zu suchen und bei Billigangeboten vorsichtig zu sein.

Denkbar ist auch ein Austausch der Kamera, sofern man zum entsprechenden Modul vordringen und dieses auch entfernen kann. Auch hier wird gerne geklebt statt geschraubt, um Kosten und Gewicht einzusparen. Da Kameras sehr klein und direkt auf der Platine befestigt sind, könnten beim Wechsel umliegende Komponenten leicht beschädigt werden.

Stichwort Platine: „Ein Austausch lohnt im seltensten Fall, da sie allein schon sehr teuer ist”, weiß Czerulla. Sind Platine oder Prozessor kaputt, muss eher ein kompletter Neukauf in Betracht gezogen werden.

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