Handys im Flugzeug
US-Flugbegleiter fürchten den Lärmpegel

Flugzeuge sind eine der letzten handyfreien Zonen. Aber auch das soll sich ändern, wenn es nach der US-Telekomaufsicht geht. US-Flugbegleiter und Airlines laufen Sturm – aber nicht wegen technischer Probleme.
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New York/Washington/DüsseldorfMit einem Vorschlag zur Aufhebung des Handy-Verbots in Flugzeugen hat die US-Telekomaufsicht Federal Communications Commission (FCC) bei Flugbegleitern und Airlines für Empörung gesorgt. Sie sehen einen solchen Schritt als Gefährdung der Sicherheit und Belästigung der Passagiere in einer der letzten handyfreien Zonen an. Die US-Behörde teilte hingegen vergangene Woche mit, das Verbot sei veraltet und es sei an der Zeit, die Vorschriften zu ändern. Ein entsprechender Vorschlag solle bei einer Sitzung am 12. Dezember beraten werden.

Doch der Sturm der Empörung war offenbar etwas zu laut für die FCC: Jetzt ruderte Behördenchef Tom Wheeler zurück. „Wir verstehen, dass viele Passagiere es vorziehen würden, dass in Flugzeugen keine Handy-Gespräche geführt werden“, erklärte Wheeler. „Ich empfinde das selbst so.“

Wheeler betonte, es sei Aufgabe der FCC, Stellung dazu zu nehmen, ob Handy-Telefonate in Flugzeugen eine Sicherheitsgefährdung darstellen könnten. Es gebe „keinen technischen Grund, das zu verbieten“, hieß es in Wheelers Erklärung. Die FCC werde eine rein technische Entscheidung treffen und dann sei es letztendlich Sache der Fluggesellschaften, ob sie Handy-Telefonate zulassen oder nicht. „Unser Vorschlag wird einer Fluggesellschaft nicht die Auflage machen, (Handy-) Gesprächsverbindungen zur Verfügung zu stellen“, hieß es in Wheelers Erklärung. Das Wort „nicht“ war darin unterstrichen.

Wheeler hatte am Donnerstag einen Sturm der Empörung bei Flugbegleitern und Airlines ausgelöst, als er erklärte, es sei an der Zeit „veraltete und restriktive Regeln“ zur Handy-Nutzung bei Flügen zu überprüfen. Wheeler, der sein Amt vor drei Wochen antrat, unterschätzte offenbar die öffentliche Reaktion und das Medienecho, die er mit seiner Äußerung auslöste.

Der Vorschlag würde es Passagieren erlauben, ihre Smartphones zum Senden von E-Mails und zum Download von Daten zu benutzen, und letztlich auch die Telefonie übers Internet ermöglichen. Ab einer Flughöhe von 3.000 Metern sollten die Handys benutzt werden dürfen.

Die Vereinigung der Flugbegleiter reagierte skeptisch. Eine Flugkabine voll mit telefonierenden Passagieren könnte zu Streitigkeiten führen und die Sicherheit gefährden. „Die überwältigende Mehrheit lehnt Handy-Nutzung in der Flugzeugkabine ab“, erklärte die Association of Flight Attentands (AFA) zu Wheelers Vorstoß. Auch die Fluggesellschaft American Airlines reagierte zurückhaltend. Sie werde abwarten, was die FCC entscheide, sagte Sprecherin Andrea Hugueley.

„Jede laute, entzweiende und möglicherweise störende Situation ist nicht nur unerwünscht, sondern auch unsicher“, begründen die Flugbegleiter ihre Haltung dazu. Die AFA äußerte auch die Sorge, dass Passagiere wichtige Ansagen nicht mehr hören würden, wenn sie telefonieren. Das würde die Sicherheit im Flugverkehr gefährden.

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Ufo-Gewerkschaft kann die US-Bedenken nicht nachvollziehen

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