HTC One M9 im Test
Plus-Size-Model mit Hitzewallungen

Nicht gerade schlank, aber schick: HTC legt beim One M9 großen Wert auf das Design. Doch bei der Ausstattung schwächelt der taiwanische Hersteller an einer wichtigen Stelle. Ein Test zur Markteinführung.
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Warum ändern, was schon gut ist? Das dachte man sich offenbar in der Zentrale von HTC: Der taiwanische Smartphone-Hersteller, bekannt für gefälliges Design, hat mit dem One M9 ein neues Spitzenmodell vorgestellt, das seinem Vorgänger One M8 äußerlich ziemlich ähnelt. Der Test des seit einigen Tagen verfügbaren Gerätes zeigt: Auch eine Schwäche ist leider geblieben.

Die Hülle des Testgeräts besteht aus blanken Aluminium. Die Kanten – anders als beim Vorgänger etwas eckiger und griffiger gezogen – sind farblich leicht abgehoben und schimmern kupferfarben. Alternativ gibt es das Gerät auch in Anthrazit, Gold und Pink mit Goldkante und -vorderseite. In der silbernen Version wirkt das One M9 edel, fast wie ein Schmuckstück. Dass HTC wenig verändert hat, ist also kein Fehler. Die Plastikhülle, die der Hersteller anbietet, wirkt da fast wie ein Frevel.

Das HTC-Smartphone ist etwas größer als das iPhone 6. Es trägt bei fast einem Zentimeter Tiefe jedoch mehr auf und bringt auch mehr auf die Waage – der Vergleich verdeutlicht die Leistung der Apple-Designer. Mit einem Gewicht von rund 160 Gramm ist das One M9 trotzdem nicht übergewichtig, zumal nicht wenige Nutzer noch größere und wuchtigere Phablets in der Tasche haben. In der Modewelt würde man das Gerät vermutlich als schnittiges Plus-Size-Model bezeichnen.

Auch der Bildschirm gefällt. Die Farben wirken realitätsnah, auch im Freien lässt sich noch etwas erkennen. Da macht es nicht viel, dass andere Hersteller eine höhere Auflösung als 1080p bieten. Pixelige Kanten sind mit dem bloßen Auge ohnehin nicht zu sehen.

Besser als bei der Konkurrenz ist dagegen der Sound, den das One M9 aus den kleinen Lautsprechern auf der Vorderseite abspielt. Eine Küchenparty beschallen sie nicht, aber eine akzeptable Klangkulisse für eine größere Runde bieten sie durchaus. Der Surround-Effekt, den HTC und der Audiospezialist Dolby versprechen, stellt sich allerdings nicht ein.

Wie es sich für ein Premium-Smartphone gehört, hat das One M9 die neueste Ausstattung an Bord. Der Snapdragon 810 gilt als derzeit schnellster Smartphone-Prozessor, wird unter Last allerdings heiß – Samsung verzichtet deswegen angeblich im neuen Galaxy S6 auf den Chip. Bei einem Vorserienmodell entwickelte auch der HTC-Bolide eine enorme Hitze.

Ein vor der Markteinführung entwickeltes Update soll dieses Problem beheben. Das One M9 wird immer noch schnell warm, aber wohl nicht mehr so heiß. Die Experten vom Portal Anandtech haben allerdings gemessen, dass HTC dafür die Leistung drosselt. Im Alltag macht sich das indes nur bemerkbar, wenn man etwa grafiklastige Spiele spielt. Die Bedienung von Standardanwendungen wie E-Mail, Browser oder Facebook läuft rund. Der Akku hält bei normaler Nutzung den ganzen Tag durch.

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