Hush E3
Edel-PC ohne Lüfter-Brummen

Auf den ersten Blick sieht er gar nicht aus wie ein PC. Und auf den zweiten auch nicht. Das alleine macht den Hush E3 schon so angenehm, dass wir ihm gern ein Plätzchen im Wohnzimmer einräumen. Doch das Beste kommt noch: Nach dem Einschalten hören wir - nichts! Der PC entpuppt sich als ideale TV- und Kinostation, weil ihm etwas fehlt: der Lüfter.

HB DÜSSELDORF. Laut und hässlich, das sind viele der heute üblichen Media-Center-PCs. Das können wir denen blind ins Stammbuch schreiben. Dafür sind die mit brummender Standardtechnik zusammengeschraubten Rechner so billig, dass wir sie im Supermarkt kaufen können.

Was man vom Hush wahrlich nicht behaupten kann. Voll ausgestattet, kostet der schlanke Edelrechner satte 3500 Euro. Vergleichbare Leistung im schnöden Einheitsanzug kostet locker 2000 Euro weniger.

Der teure Trick: Prozessor und Grafikkarte werden mit einer speziellen Technik gekühlt, bei der die Hitze aus dem Inneren über Wärmeleiter auf massive, seitlich angebrachte Kühlrippen abgeleitet wird. Das haben die deutsch-amerikanischen Tüftler so geschickt hinbekommen, dass sie alles zusammen in die kompakten Gehäusemaße eines Hi-Fi-Bausteins zwängen konnten. Respekt. Einzig störend ist der manchmal aufheulende DVD-Brenner im Datenbetrieb.

Zu eng darf es im Hi-Fi-Regal aber eben nicht sein, die Luftzirkulation muss gewährleistet sein. Maximal 35 Grad Umgebungstemperatur fordert der Hush für seinen Betrieb.

Im Testgerät war ein Athlon 64 Prozessor (3500+) verbaut. Zusammen mit einer modernen ATI-Grafikkarte und einem Gigabyte Hauptspeicher reichte das locker für alle Multimedia-Anwendungen einschließlich der ruckelfreien Wiedergabe von hochauflösendem High-Definition-Video im Windows-Format (WMV-HD). Auf dem angeschlossenen Sharp-LCD-Fernseher mit 37-Zoll-Diagonale ein echtes Vergnügen.

Als Betriebssystem fungiert Microsofts XP Media-Center Edition 2005. Sie ist deutlich besser zu bedienen als ihre Vorgänger und ermöglicht die Steuerung des E3 über die mitgelieferte Fernbedienung. Größter Vorteil: Wer die Bedienung (und die Macken) eines Win-dows-PC gewöhnt ist, kommt mit dem Gerät sofort zurecht.

Schön sind die unauffällig in der Frontpartie integrierten USB- und Firewire-Anschlüsse für den Datenaustausch. Schade ist, dass bei diesem Preis keine Kartenleser etwa für SD- oder Compact-Flash-Kasten eingebaut sind, wie sie in Digitalkameras heute gang und gäbe sind.

Fazit: bewährte Technik in toller Form mit einem gepfefferten Designaufpreis, bei dem selbst hartgesottenen Apple-Kunden schwindlig werden würde. Für echte PC- und Heimkino-Liebhaber.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%