Ifa
Der Konkurrenzkampf bei E-Readern ist eröffnet

Mehr als ein Dutzend Hersteller präsentieren auf der Ifa ihre neuen E-Reader. Bis 2015 soll jedes zehnte deutsche Buch in digitaler Form verkauft werden. Welche E-Reader überzeugen - und welche nicht.
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HAMBURG. "Die Zukunft des Lesens" sieht Michael Busch jetzt endlich auch in Deutschland angekommen. E-Books kämen schneller, als viele denken, sagte der Geschäftsführer der Buchhandel-Kette Thalia auf der Ifa. In den nächsten fünf Jahren erwarte man in der Branche einen Marktanteil von zehn bis 15 Prozent für E-Books.

Thalia präsentiert auf der Ifa seinen eigenen E-Reader, den OYO. Bis jetzt hatte die Kette bereits Reader von Sony im Angebot. Daran soll sich auch nichts ändern, allerdings möchte man mit dem OYO seine Stellung als "führender Anbieter von E-Books im deutschsprachigen Raum" untermauern, sagt Busch. Entwickelt wurde das Gerät gemeinsam mit dem Essener Unternehmen Medion.

Das Lesegerät hat etwa die Größe eines Taschenbuchs, wiegt 240 Gramm und verfügt über einen Touchscreen sowie eine Funkschnittstelle für WLAN. Eine zweite Variante mit 3G soll auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt werden. Für 139 Euro kann das Gerät ab sofort in den Thalia-Filialen oder online erworben werden.

Thalia ist nicht der einzige Anbieter, der den Markt antreiben möchte. Auch wenn E-Books schon bei den letzten Buchmessen im Mittelpunkt standen, war die Hardware für den digitalen Lesespaß auf einige wenige Hersteller beschränkt. In der eigens eingerichteten eLibrary zeigt die Ifa jetzt: der Konkurrenzkampf ist eröffnet. Hier präsentieren mehr als ein Dutzend Hersteller ihre Lesegeräte.

So stellt neben Thalia auch der Großhandel libri eine Kooperation mit einem Hersteller vor: Ab sofort wird der Buchhändler den Lumiread von Acer vertreiben. Zuvor hatte Sony neue Modelle der E-Reader angekündigt. Gleich vier neue Lesegeräte gibt es zudem vom ukrainischen Hersteller Pocketbook. Und auch Medion stellt neben dem OYO noch ein weiteres Gerät vor.

Ein Rundgang durch die eLibrary auf der Ifa zeigt aber auch die Probleme des noch jungen Marktes. Innovativ sind die wenigsten, sie ähneln einander stark - jedenfalls äußerlich. Ausreißer vom Taschenbuch-Format von ca. sechs Zoll (15 cm) sind selten: nach oben weicht Amazons Kindle ab (9,7") und nach unten Sonys Pocket-Reader PRS 300 (5").

Viele Geräte der neuen Generation bieten inzwischen Touchscreens, wie man sie von modernen Smartphones kennt. Auch Thalias OYO ermöglicht das einfache Blättern per "Fingerwisch". Als Problem der Touchscreens gilt der vergleichsweise geringe Kontrast. Hier wollen die neuen Geräte aufholen: Der OYO, bietet 16 Graustufen und deutlich höheren Kontrast an. Sonys neue Modelle nutzen eine Weiterentwicklung der E-Ink Technologie, die in den meisten Readern zum Einsatz kommt. Sie bietet flimmerfreies Lesen auch bei Sonnenlicht, hat aber noch den Nachteil, keine Farben darstellen zu können.

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  • Zitat:
    Ausreißer vom Taschenbuch-Format von ca. sechs Zoll (15 cm) sind selten: nach oben weicht Amazons Kindle ab (9,7") und nach unten Sonys Pocket-Reader PRS 300 (5").
    Zitat Ende

    Nicht ganz!
    Amazons Kindle hat auch 6". Nur der Kindle DX hat 9,7".
    Und der Sony PRS 300 bekam just auf der iFA bereits einen Nachfolger, den PRS 350.

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