Im Gespräch: Toshihiro Sakamoto: „Das digitale Lagerfeuer kommt“

Im Gespräch: Toshihiro Sakamoto
„Das digitale Lagerfeuer kommt“

Die Großfamilie versammelt sich um die digitale Feuerstelle Fernsehen - Panasonic-Präsident Toshihiro Sakamamoto hat seine ganz eigenen Vorstellungen von einer Zukunft des „Digital Lifestyle“. Die Zeiten des klassischen „Fernsehenschauens“ gehört für ihn jedenfalls endgültig der Vergangenheit an, wie er im Handelsblatt-Gespräch erläutert.

Herr Sakamoto, wie ist Ihre Vorstellung vom Wohnzimmer der Zukunft im Digital Lifestyle?

Das Fernsehgerät wird die digitale Feuerstelle sein, um die sich die Familien wie früher versammeln und Zeit miteinander verbringen wird.

Wie langweilig – noch mehr Fernsehen schauen?

Die Zeiten des „Fernsehenschauens“ sind vorbei. Das Gerät wird zum Fenster in die eigene Welt. Sie können mit ihm das Baby im Kinderzimmer überwachen, die Haustür, wenn jemand klingelt, oder ihre im Internet gespeicherten Bilder anschauen. Und er wird interaktiv. Etwa im Fitnessbereich: Bei Übungen vor dem Bildschirm wird das Fitnessgerät angeschlossen und übermittelt Daten an den Trainer oder Therapeuten, der per Video zugeschaltet ist.

Verbringen wir nicht schon genug Zeit vor dem PC-Monitor?

Ich will den PC nicht schlechtreden. Aber vor dem PC-Monitor, das ist eine „30-cm-Kultur“. Sie sitzen direkt davor. Alleine. Der Fernseher ist eine „3-Meter-Kultur“. Sie sitzen weiter weg, mit Freunden zusammen. Das ist alles entspannter, unterhaltsamer.

Und wer kann sich das leisten ?

Die Geräte müssen und werden billiger werden. Da habe ich keine Zweifel. Es gibt praktisch keine beweglichen Teile mehr in digitalen Geräten. Das senkt die Herstellungskosten.

So wie die angekündigten Panasonic-Fernseher mit integriertem Videokanal Youtube?

Zum Beispiel. Aber auch Wetterdienste oder Aktienkurse. Mein Traum ist es, die Zeitung naturgetreu auf den Fernseher zu bringen. Ich mag ehrlich gesagt keine Internet-News. Da lese ich immer nur die Schlagzeilen.

Werden TV-Hersteller wie Panasonic künftig selber Kabelnetze oder digitale Dienste anbieten?

Das glaube ich nicht. Sie müssen nur die richtigen Partnerschaften haben. Aber ich glaube, dass es etwa bei Kabelnetzbetreibern neue Vertriebsmodelle geben wird, durch die die TV-Hersteller in die Wertschöpfungskette einbezogen werden. Bald brauchen Sie keine Settop-Box mehr, sondern nur noch den Anschluss des Fernsehers ans digitale Kabel.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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