Internet-Nachfolger
Was kommt nach der SMS?

Die SMS entwickelte sich für Mobilfunkprovider unverhofft zur Goldgrube. Auch wenn es für einen Abgesang auf die SMS noch zu früh ist – die Nachfolgediskussion läuft bereits heiß. Was löst die SMS ab?
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DüsseldorfFür alle, die mit dem Internet groß geworden sind, mutete die SMS schon immer etwas kurios an: Die Übertragung von wenigen Bytes soll 9 Cent kosten, wo jede E-Mail schon immer gratis war? Für die Mobilfunkgesellschaften war die SMS ein gutes Geschäft. Die Übertragung einer SMS entspricht in etwa dem Tausendstel der Datenmenge einer Gesprächsminute und kostet für den Anwender meist dasselbe. Doch mit der Verbreitung von Smartphones und der damit verbundenen Ausbreitung des Internets haben vor allem die jugendlichen Vielnutzer in speziellen Apps eine kostenlose Alternative gefunden. Einzige Voraussetzung: Die App muss auf den Geräten beider Kommunikationspartner installiert sein.

Noch ist die SMS quicklebendig

Doch die SMS ist noch lange nicht tot. Teenager in den USA verschicken einer aktuellen Studie des Pew-Forschungszentrums zufolge so viele SMS wie noch nie. Im Schnitt 60 Kurzmitteilungen täglich haben Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren im vergangenen Jahr gesendet, heißt es in der Untersuchung. Noch immer steigt auch die Zahl der insgesamt verschickt SMS in Deutschland. Das liegt nicht zuletzt daran, dass viele Verträge eine SMS-Flatrate oder Frei-SMS beinhalten.

Auf Smartphones allerdings ist die SMS auf dem Rückzug. Dem Siegeszug der Apps wollen die Mobilfunkprovider nun eigene Angebote entgegensetzen. Sie sollen bei Buchung einer entsprechenden mobilen Internet-Flatrate ebenfalls kostenlos sein. Schon im Mai will Vodafone mit dem SMS-Nachfolger starten, der international unter dem Begriff Joyn bekannt ist. Ob der Multimedia-Standard RSC-e auch in Deutschland den Namen Joyn tragen kann, muss noch markenrechtlich geklärt werden. Auch die Deutsche Telekom hat bereits signalisiert, den Standard einführen zu wollen – und zwar zum „Sommer hin“.

Mit der klassischen 160-Zeichen-SMS hat die Multimedia-Technik nur noch wenig zu tun. RCS-e steht für „Rich Communication Suite-enhanced“. Zu dieser „reichhaltigen Kommunikation“ gehören textbasierte Chats, Gespräche, Videotelefonate und der Versand von Dateien wie Fotos. All das wird übers Internet abgewickelt, ohne einen ordentlichen Datentarif auf dem Smartphone geht also wenig.

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