Internet-Telefonie
O2 lässt Skype auf dem Handy zu

O2 öffnet Netz für Voice-over-IP Dienste: Der deutsche Mobilfunkprovider O2 erlaubt ab sofort im Rahmen seiner Standard-Internet-Verträge den unbeschränkten Einsatz von VoIP-Software für kostenlose Internet-Telefonate auf Handys oder Notebooks mit Sim-Karte. Und zwar ohne zusätzliche Kosten.
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DÜSSELDORF. Der Kampf wird mit aller Härte geführt. Apple will es nicht auf dem iPhone dulden, T-Mobile nur gegen kräftigen Aufpreis erlauben, so wie auch Vodafone: Das Telefonieren über Internet-Telefonsoftware wie Google Voice, Skype, Truphone oder Nimbuzz. Weil Apple das Google-Programm in den USA schlicht gar nicht erst zum Vertrieb über seinen Internet-Shop AppStore zugelassen hatte, haben sich sogar schon die amerikanischen Telekommunikation- und Wettbewerbsbehörden eingeschaltet. Sie ermitteln gegen Apple, den Provider AT&T und auch Google.

Viele Software-Anbieter haben "kastrierte" Versionen bereitgestellt, bei denen nur der Chat-Bereich funktioniert, oder die nur in W-Lan-Hotspots Telefonate erlauben. Web-Telefonate über das UMTS-Netz sind in den allgemeinen Geschäftsbedingungen der meisten Provider verboten, wenngleich die Nutzung der Software nicht immer auch unterbunden wird. Es herrscht noch eine Art Grauzone, nicht zuletzt, weil bei konsequentem Abschalten auch in Europa ein Eingreifen der Regulierungsbehörden gefürchtet wird. Gerade aber Auslandsgespräche - eine der lukrativsten Einnahmequellen der Netzbetreiber - per Web-Software sind unvergleichbar billiger als die Standard-Tarife mit enormen Roaminggebühren.

Die Telefónica-Tochter will mit der neuen Tarifoption jetzt auf Kundenfang in der Generation Smartphone gehen. Laut Gartner waren im zweiten Quartal 2009 die internetfähigen Mobiltelefone mit einem Plus von 27 Prozent im Absatz der einzige noch wachsende Bereich im Mobiltelefonmarkt. O2 selber hat gerade erst mit dem Samsung Galaxy sein erstes eigenes Smartphone mit dem Google-Betriebssystem Android auf den Markt gebracht. Im vierten Quartal wird bei O2 deutschandexklusiv exklusiv der iPhone-Konkurrent Palm Pre gelauncht.

"Unsere Kunden sollen unser Netz ohne Einschränkungen erleben können, egal ob Surfen, E-Mailen, Instant Messaging oder eben auch Telefonieren", so Lutz Schüler, Geschäftsführer Marketing & Sales Telefónica O2 Germany. "Mit der Öffnung unseres mobilen Netzes für VoIP-Dienste setzen wir neue Maßstäbe im Bereich mobiles Internet."

T-Mobile zeigt sich in einer ersten Reaktion unbeeindruckt von dem Vorstoß des konnkurrenten: "Unsere Tarife sind auf Basis von projektierten Einnahmen aus Voice- und Datennutzung kalkuliert", so Telekom-Sprecher Maika-Alexander Stangenberg auf Anfrage. "Wir werden unsere Zusatz-Tarife in Kürze vorstellen." Die Aufpreise werden dabei, gestaffelt je nach gebuchtem Tarif, bei maximal 9,95 Euro zusätzlich pro Monat beginnen.

O2 erreicht in Deutschland nach eigenen Angaben mit seinem mobilen Datennetz nahezu 100 Prozent der Bevölkerung. Weite Teile in Deutschland sind mit HSDPA mit Geschwindigkeiten bis zu 7,2 MBit/s und der schnellen Upload-Technologie HSUPA versorgt.

Für die mobile Internet-Telefonie steht zum Beispiel die Handy-Surfflatrate "Internet-Pack-M" mit 200 MB Volumen in HSDPA-Geschwindigkeit für zehn Euro monatlich zur Verfügung. Danach wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Das "Internet Pack L" mit 5 GB schlägt mit 25 Euro im Monat zu Buche. Die Erlaubnis zur Internet-Telefonie gilt laut O2-Sprecher Albert Fetsch auf für Internet-Tarife für Notebook-Nutzung.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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