Interview
„Das mobile Web kommt“

Nikolaus Mohr ist Geschäftführer für den Bereich Communications bei der Beratungsgesellschaft Accenture und erklärt im Gespräch mit dem Handelsblatt, welche mobilen Dienste zu erwarten sind. Die Fragen stellte Christian Buck:

Welche neuen Dienste beschert das Web 2.0 dem Handynutzer?

Es ist im Prinzip wie am PC: Ich habe Zugang zu meinen Communitys, Networking-Plattformen und Blogs, kann Wikis lesen und bearbeiten, Videos und Bilder verbreiten. In Japan verbringen die Menschen viel mehr Zeit in öffentlichen Verkehrsmitteln, dort browst jeder zweite Handybesitzer mobil im Internet, gegenüber zehn Prozent in Europa. In Deutschland hat man Angst vor hohen Verbindungskosten.

Welche neuen Geschäftsmodelle ergeben sich für die Anbieter?

Von Pay-per-Service geht der Trend zur Flatrate. Mobile Advertising wird enorme Bedeutung bekommen, auch weil Studien zufolge ein Drittel der deutschen Handynutzer permanent erreichbar ist. Manche rechnen mit einer Verzehnfachung der Ausgaben für mobile Werbung in den nächsten vier Jahren.

Wer sind im Moment die großen Betreiber?

In Deutschland positionieren sich Vodafone und T-Mobile als Produktführer. Vodafone hat exklusive Vereinbarungen getroffen, zum Beispiel mit Myspace, und vermarktet den Zugang über eine Flatrate. Wenn diese Exklusivvereinbarungen aber irgendwann auslaufen und der Zugang über offene Plattformen möglich ist, wird man sehen, ob das Modell noch trägt. Andere Anbieter wie T-Mobile bieten Web-Dienste über offene Plattformen an.

Wann hebt der Markt ab?

Mobile Rich-Media-Anwendungen – also Videos, Musik, Bilder – könnten in fünf Jahren massenmarktfähig werden. Die technischen Voraussetzungen für das mobile Web 2.0 sind wohl bis 2010 ausgereift. Abheben kann der Markt aber nur, wenn die Anbieter die passende Erzählform für das Handy entwickeln.

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