iPhone-Anwendungen: Zu app-seitig für Apple

iPhone-Anwendungen
Zu app-seitig für Apple

Nirgendwo sonst können Software-Entwickler ihre Mini-Applikationen einfacher vermarkten als in Apples iTunes Store. Doch nicht jede App darf in den Shop. Insbesondere erotische, politische und satirische Inhalte scheitern oftmals an der rigorosen Eingangskontrolle des kalifornischen Konzerns. Wo manche Kreative verzweifeln, persiflieren andere bereits das groteske Procedere.
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HANNOVER. Spätsommer im Silicon Valley, und das Szenario könnte so aussehen: Ein halbes Dutzend iPhone-Besitzer hat sich auf dem 850 Meter hohen Black Mountain im Santa-Cruz-Gebirge versammelt, um eine neue Anwendung namens "Fly iPhone Fly" zu testen - eine App, die sich, so schwärmen deren Entwickler, "das aerodynamische Styling dieses Smartphones auf ideale Weise zu Nutze macht".

Und dass es tatsächlich um Aerodynamik geht, merkt man spätestens dann, wenn kräftige Arme weit ausholen und sechs brandneue iPhones ostwärts schleudern - in Richtung der Apple-Zentrale in Cupertino, keine zehn Kilometer entfernt. Während die flachen Flugobjekte mehr oder weniger elegant durch die warme kalifornische Luft trudeln, übermittelt die App alle relevanten Daten wie Höhe, Geschwindigkeit und zurückgelegte Distanz an einen Rechner, der binnen weniger Minuten den Gewinner dieses ungewöhnlichen Handy-Weitwurfs ausspuckt.

So könnte ein Szenario aussehen, wenn es "Fly iPhone Fly" tatsächlich gäbe. Aber diese App existiert - zusammen mit mehr als 80 weiteren - nur in der bizarren Phantasie ihrer Schöpfer und auf deren Satire-Website nearlybanned.com. "Wir sehen uns als Bestatter", erklärt Perre DiCarlo, Comedy-Schreiber in Hollywood, "die das moribunde Geschäft mit der Verzweiflung in Apples App Store persiflieren."

Und deshalb denken sich DiCarlo und sein Partner Michael Borys, Spiele-Entwickler in Pasadena, nicht nur alle Apps für ihren "Friedhof der missverstandenen, verbotenen und zensierten iPhone-Anwendungen" aus, sondern liefern die fiktive Begründung, warum Apple das jeweilige App ablehnte, gleich mit: Anstiftung zur "fahrlässigen Verwendung" lautet diese im Falle der - im wahrsten Sinne des Wortes - Wegwerf-Anwendung "Fly iPhone Fly", für die "wir übrigens einen Verkaufspreis von 6.000 US-Dollar veranschlagt haben", scherzt Borys, "wegen der enormen Kosten für Forschung und Entwicklung." Immerhin seien 52 iPhones bei den Tests draufgegangen - von den zwei gemieteten Helikoptern ganz zu schweigen.

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