iPhone-Konkurrenz
Nokia macht Druck auf Apple

Was lange währt, wird endlich gut? Rund zwei Jahre nach der ersten Präsentation des iPhones von Apple schlägt jetzt der Handy-Weltmarktführer Nokia aus Finnland zurück. In London präsentierte Nokia am Donnerstag sein erstes Mobiltelefon mit berührungsempfindlichem Bildschirm und ohne eigentliche Tastatur. Analysten begrüßten den Schritt. Was die iPhone-Konkurrenz bietet.

LONDON. Der Adressat für den finnischen Vorstoß ist eindeutig: Der US-Computer- und iPod-Hersteller Apple, der mit seinem tastaturlosen iPhone die gesamte Branche in Aufregung versetzt hat. Zwar ist Apple mit seinem einzigen Telefon ein winziger Spieler in der Mobilfunkbranche, doch hat das Unternehmen mit der intuitiven Bedienung "neue Maßstäbe" gesetzt, wie Sony Ericsson-Entwicklungschef Rikko Sakaguchi vergangene Woche einräumte. "Das iPhone ist zum Maß der Dinge geworden, an dem wir uns alle orientieren", sagte er.

Das hat offenbar auch Nokia eingesehen. Die finnische Antwort auf das iPhone lautet: 5800. Das Gerät wendet sich laut Jo Harlow, bei Nokia verantwortlich für die Musik- und Unterhaltungshandys, vor allem an jüngere Käufer. Geschäftskunden sind nicht die Haupt-Zielgruppe. Das wird schon daran deutlich, dass das neue Handy den Zusatz "Xpressmusic" trägt. Mit diesem Konzept greift Nokia zum zweiten Mal Apple, aber auch Sony Ericsson an: Der finnische Branchenprimus will dem Musik-Download-Shop iTunes von Apple Konkurrenz machen und gleichzeitig einen Angriff auf das erst vergangene Woche von Sony Ericsson vorgestellte "Play Now Plus" starten. Ähnlich dem Sony Ericsson-Angebot ist auch "Comes with music" ein Abonnement-Angebot, das bereits in zwei Wochen in Großbritannien an den Start geht. Weitere Länder sollen folgen, allerdings wollte Nokia noch keine weiteren Einzelheiten nennen. Auch bezüglich des Zeitpunkts der Markteinführung hielt sich der Konzern bedeckt. Klar ist nur, dass es im Laufe des Jahres 2009 in Deutschland erhältlich sein sollte.

Der Handy-Käufer kann während der Laufzeit seines Abos nach Worten von Nokia Music Store-Chef Tero Ojanperä soviel Musik vom Nokia-Portal Ovi herunterladen, wie er will. Die Songs dürfen auf einem Handy und einem Computer geladen werden. Dabei arbeitet der finnische Handy-Riese mit allen großen Musik-Labels, aber auch einer Reihe von Indie-Labels zusammen und bietet fünf Millionen Songs an. Nach Beendigung des Abos - das ist der Unterschied zu Sony Ericssons Lösung - darf der Kunde die Songs behalten. Sie sind dennoch geschützt, können nur auf ein Handy und einen Computer geladen werden. Ohne Subventionen der Mobilfunkbetreiber soll der Preis eines neuen Nokia Touchscreen-Handys inklusive "Comes with music" bei 279 Euro liegen. Damit liegt Nokia deutlich unter den Angeboten der Konkurrenz, für ein iPhone muss ohne Subventionen etwa das Doppelte bezahlt werden.

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