iPod Hi-Fi kontra Bose Sounddock
Der Schüler fordert den Meister heraus

In jedem Kung-Fu-Film kommt unausweichlich dieser Moment: Der gelehrige Schüler besiegt erstmals den alten, weisen Meister im harten Trainingskampf. Und mit einer verdrückten Träne im ansonsten versteinerten Gesicht schickt dieser ihn dann hinaus in die weite Welt, die Bösewichter zu besiegen. Das ist dann immer der Punkt, an dem die Streicher einsetzen.

DÜSSELDORF. Auch Audio-Altmeister Bose hat 2004 noch eng mit seinem Musterschüler Apple zusammengearbeitet, um sein mittlerweile legendäres Sounddock für den iPod zu entwickeln. Und jetzt fordert ihn der frühere Schüler Apple mit seinem iPod Hi-Fi zum Duell. Mal sehen, ob die Streicher nun schon einsetzen müssen.

Optisch gehen die beiden Kontrahenten getrennte Wege - wenn man von der Farbe weiß absieht. Das Bose-Gerät in der Größe eines aufgestellten Din-A-4-Blatts erinnert entfernt an Bang & Olufsens gediegene und um ein vielfaches teurere Beosound 1, ohne aber wirklich deren Eleganz, Funktionalität oder (natürlich) Klangqualität zu erreichen.

Apples puristisch gestylter iPod Hi-Fi würde locker als originärer Bestandteil jeder 80er Revival-Party durchgehen und passt dabei perfekt ins gehobene Billy-Outfit eines unmöglichen Möbelhauses. Der hätte auch von Braun sein können.

Bose platziert den iPod vor der Anlage, fast im Schallweg der Lautsprecher. Gut: Die iPod-Halterung ist mechanisch vom Lautsprecher entkoppelt, um Vibrationen im Keim zu ersticken, Halterungen für verschiedene iPods liegen bei.

Apple pflanzt den Spieler einfach oben aufs Gerät, zehn Adapter für die iPod-Versionen werden mitgeliefert. Der Anschluss eines 30 Gigabyte Ipod und eines Nano klappten problemlos. Aber im wilden Partygetümmel hat man kein gutes Gefühl, wenn das teure Prestigeobjekt völlig frei und verwundbar hervorragt. In jedem Fall gilt: Nie den iPod ohne passenden Adapter auf den Connector stecken. Das Risiko einer Beschädigung ist zu hoch.

Altmeister und Herausforderer lassen in punkto Verarbeitung keine Wünsche übrig. Wertiges Material, der Apple steht fest auf einer satten Gummiunterlage. Die beiden elegant eingelassenen Tragegriffe verdienen ihren Namen. Der Bose-Speaker ist auf stationären Betrieb ausgelegt, sechs Mignon-Zellen machen Apples Hi-Fi zur Boombox für die Grillparty am Strand.

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