Iriscard 4
Scannen à la Carte

Ran an die Pappe: Wer Visitenkarten auf einen Rutsch einlesen will, ist mit speziellen Paketen aus platzsparendem Miniscanner und Software gut beraten. I.R.I.S hat jetzt im Iriscard 4 einen kleinen, feinen USB-Farbscanner mit überarbeiteter Software zusammengeschnürt.

Sind wir doch mal ehrlich: Bluetooth, Organizer und iPhone zum Trotz - Papier regiert die Welt! Ein Businesstermin ohne rituellem Tausch der Visitenkarten ist irgendwie würdelos, praktisch entehrt. Elektronische Übertragung? Ein Dutzend von der Maschine gedemütigter Vorstandschefs in einem Raum, seit Minuten auf Tastaturen oder Bildschirmen herumtippend, mit fragenden Gesichtern und einem "Haben Sie es jetzt?" "Ist das ihr Bluetooth-Name oder hat Herr Müller-Lüdenscheid meine Karte nun doppelt?" Unvorstellbar.

Also ran an die Pappe - und dann liegt sie im Büro auf dem großen Stapel und wartet auf den Einzug in den PC. Wer regelmäßig mehr als 20 Karten pro Woche abgreift oder die Beute auch mal sammeln und dann auf einen Rutsch einlesen kann, ist mit speziellen Paketen aus platzsparendem Miniscanner und Software gut beraten. Marktführer für Windows-PC im Heimbüro und in Kleinunternehmen ist Cardscan Executive des gleichnamigen Herstellers, dessen Produkt wir bereits vorgestellt haben.

Herausforderer I.R.I.S hat jetzt mit dem Iriscard 4 nachgelegt und einen kleinen und feinen USB-Farbscanner (Din A6) mit überarbeiteter Software zusammengeschnürt. Im Gegensatz zu Cardscan bieten die Belgier auch eine Version für Apple-Rechner ab OS X 10.3.9 an. Die Bedienerführung ist übersichtlicher und optisch ansprechend aufgefrischt worden.

Die Scansoftware war schnell installiert. Um beste Ergebnisse zu erzielen, muss die Ländereinstellung aber immer korrekt gesetzt werden. Dann arbeitet die Texterkennung sehr zuverlässig. Eine US-Adresse ist halt anders aufgebaut als eine deutsche.

Jetzt lassen sich auch (ab Version "Pro", nicht für Mac OS) Vorder- und Rückseite automatisch scannen, das automatische Duplikatmanagement fehlt leider in der Mac-Version.

Der Export zu MS Outlook, Excel (Serienbriefe) oder Palm Desktop funktionierte im Test gut, der Versuch Kontakte unter Windows XP - wie versprochen - auf einen iPod Touch zu exportieren, misslang aber, obwohl das Gerät korrekt unter iTunes angeschlossen war. Das I.R.I.S.-Programm fand den iPod einfach nicht. Das zeigte einen weiteren Schwachpunkt: Für den - freundlichen - Support fällt ein Ferngespräch nach Belgien an, und der einzige deutschsprachige Mitarbeiter war die Woche über nicht erreichbar. Schade.

Fazit: Deutlich verbessert und mit unter 200 Euro ist der Iriscard Pro 4 deutlich billiger als der Cardscan Executive, aber die Software ist nicht so leistungsfähig. Der fehlende deutsche Support ist nicht schön. Im Gegensatz zum Cardscan fehlen auch Online-Dienste oder ein Online-Backup. Wer das sucht, muss sich Cardscan zuwenden - und einen Hunderter drauflegen. I.R.I.S. im Web: » www.irislink.com.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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