IT-Know-how verbessern
Wetterfest mit Weiterbildung

Lebenslanges Lernen ist gut für das Gehirn - und in Form von Weiterbildungen auch für die Produktivität und den eigenen Geldbeutel. Aber im europäischen Vergleich sind die Deutschen Lernmuffel. Das ist vor allem bei IT von Nachteil, denn sowohl Hard- als auch Software ändern sich immer noch rasant.

FRANKFURT. Es ist wohl nicht mehr zu leugnen. Nachdem die Finanzkrise zunächst auf die Banken und vor allem auf Nordamerika beschränkt war, erreicht sie nun in immer stärkerem Maße andere Länder und andere Branchen. Über 100 000 Menschen haben wegen der Finanzkrise mittlerweile ihren Job verloren; die Bilder von den Lehman-Bankern, die in Umzugskartons ihre Habseligkeiten aus ihrer Bank schleppten, sind Symbol für ein Schicksal geworden, das immer mehr Arbeitnehmer trifft. Auch in vielen Industrieunternehmen geht das Gespenst des Stellenabbaus um, zittern die Mitarbeiter um ihre berufliche Zukunft.

Nicht ohne Grund: Die Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren in ihrem Herbstgutachten für das Jahr 2009 einen Anstieg der Arbeitslosenquote in Deutschland von 7,4 auf 8,3 Prozent. Der Stellenabbau, er ist wohl nicht mehr aufzuhalten.

Gut, wer sich beizeiten gerüstet hat - und dies jetzt noch tut. Ein Vehikel, sich gewissermaßen unersetzlich zu machen, das bestätigen Umfragen immer wieder aufs Neue, ist die Weiterbildung. Immerhin 90 Prozent der im August von den Meinungsforschern Forsa befragten deutschen Manager gaben an, dass Weiterbildung für sie essentiell ist. Wer auf seinem Gebiet stets auf dem Laufenden ist, hat bessere Chancen, den Job zu behalten oder einen neuen zu finden; und wer bereit ist, neues zu lernen und sein Wissen zu erweitern, kommt bei Personalverantwortlichen in der Regel gut an.

Wie wichtig Weiterbildung ist, das belegt auch eine aktuelle Studie von DIW Econ, einem Tochterunternehmen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Die Experten fanden heraus, dass unserer heimischen Volkswirtschaft - hochgerechnet auf alle Arbeitnehmer - jährlich ein Wertschöpfungspotenzial von satten 4,5 Milliarden Euro entgeht, weil die Deutschen zu zögerlich oder gar nicht auf die Möglichkeiten der Weiterbildung, zum Beispiel Lehrgänge, Kurse und Seminare, zurückgreifen. "Enorme gesamtwirtschaftliche Chancen und Potenziale warten darauf, durch Investitionen in Weiterbildung von uns realisiert zu werden", mahnt Klaus F. Zimmermann, der Präsident des DIW, eindringlich.

Und hier, auch das belegt die Untersuchung von DIW Econ, haben im europäischen Vergleich vor allem Deutschen noch einen erheblichen Nachholbedarf. Zwar sei die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen bei deutschen Arbeitnehmern von schlappen 15 Prozent im Jahr 1985 bis 1999 auf immerhin 40 Prozent gestiegen. Seitdem verharrt das Niveau aber auf 35 Prozent. In anderen europäischen Ländern wie Frankreich oder Schweden liegt dieser Wert mit 46 Prozent deutlich höher - offensichtlich sind bei unseren Nachbarn nicht nur die Schüler (wie die Pisa-Studie gezeigt hat), sondern auch die Erwachsenen wissbegieriger. Konjunkturelle Ausschläge nach oben oder unten, so belegt die DIW-Econ-Studie allerdings auch, spielen bei der Annahme von Weiterbildungsangeboten keinerlei Rolle.

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