IT-Sicherheit
Berliner Hacker warnen vor Handy-Sicherheitsleck

Ein Berliner Sicherheitsunternehmen hat den Internetverkehr mobiler Handys geknackt. Die Sicherheitslücke erlaubt Hackern, in einem großräumigen Umkreis mobile Kommunikation wie E-Mail- und Surfverkehr abzuhören.

BerlinVier umprogrammierte Billig-Handys von Motorola sind an einen gewöhnlichen Laptop angeschlossen, auf dessen Bildschirm Zahlenkolonnen herunterrauschen - die neueste Sicherheitsbedrohung für Internetnutzer lag Anfang dieser Woche auf einem Sofa in Berlin und sah ziemlich harmlos aus.

Ist sie aber nicht: Hackern der Berliner Sicherheitsfirma Security Research Labs ist es nach eigenen Angaben gelungen, die Verschlüsselungstechnik für das mobile Internet zu knacken. "Wir sind in der Lage, mit unserer Technik GPRS-Datenkommunikation im Umkreis von fünf Kilometern abzufangen", sagte Karsten Nohl, Chef von Security Research Labs, dem Handelsblatt.

Mit seinen vier Motorola-Handys und dem Laptop kann Nohl genau sehen, welche Internetseiten Handynutzer aufrufen - egal, ob es sich dabei um ein passwortgeschütztes Facebook-Konto oder eine Fahrplanauskunft handelt. Darüber hinaus kann der 29-jährige Technikfreak E-Mails lesen, die via Handy verschickt werden - ausgenommen sind nur Firmen-Blackberrys, deren Code hat er noch nicht geknackt.

Für Handynutzer und Mobilfunk-Konzerne sind das beunruhigende Nachrichten. In den meisten Ländern weltweit wird die GPRS-Technik im Mobilfunk verwendet. Dabei handelt es sich zwar um einen alten Standard. In Deutschland wird er zunehmend durch die schnellere Technik UMTS abgelöst. Die Deutsche Telekom kann nach eigenen Angaben 80 Prozent der Bevölkerung mit UMTS versorgen. Aber gerade in ländlichen Gebieten ist auch hierzulande nur die nun geknackte ältere Technik verfügbar. Auch iPhones und iPads greifen auf sie zurück, wenn das UMTS-Netz überlastet oder in einer Region noch nicht ausgebaut ist. In anderen Ländern, vor allem Schwellenländern wie Indien, ist die GPRS-Technik noch der vorherrschende Standard für die Datenübertragung.

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