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Kampf den klingelnden Handys

Kaya Yanar freut sich auf großes Kino. „Also Leute, der Film fängt gleich an. Labern einstellen, anfangen zu fummeln und Handys aus.“ Und da passiert es. Ein Handy klingelt. Mit einem Mal ist das Gesicht des Comedy-Stars wie versteinert. Grimmig. „Ist das dein Handy? Ich mach dich platt!“

FRANKFURT/M. Mit Werbespots wie diesem kämpfen deutsche Kinos gegen klingelnde Handys. Frankreich ist weit rabiater. Dort hat das Parlament ein Gesetz gegen das ungeliebte Bimmeln erlassen. Es erlaubt Kino- und Theaterbesitzern erstmals, Störsender in das Gebäude einzubauen, um so die Handys ruhig zu stellen.

Dass nun tatsächlich massenhaft Störsender in französischen Kinos Einzug halten, ist allerdings unwahrscheinlich. Denn der französische Telekomregulierer ART wurde beauftragt, die Anwendungsbestimmungen für das Gesetz auszuarbeiten. Die ART aber glaubt, das Gesetz verstoße gegen EU-Recht.

Das Ergebnis: Der Regulierer erließ Richtlinien, die praktisch nicht einzuhalten sind. Demnach sollen die Störsender zwar Anrufe verhindern, Notrufe dürfen aber nicht aufgehalten werden. Das ist unmöglich, denn beide Verbindungen laufen über das GSM-Netz – heißt es bei T-Mobile, bekanntlich kein Laie auf dem Gebiet der Mobilfunktechnologie.

Die Mobilfunk-Anbieter halten das französische Gesetz ebenso für überflüssig wie die deutschen Kinobetreiber. „Wir brauchen keine Zwangsmaßnahmen“, sagt Cinemaxx-Sprecher Arne Schmidt. Zum einen sind in vielen modernen Multiplex-Kinos die Stahlbetonmauern so dick, dass ohnehin kein Handy Empfang hat.

Zum anderen regelt sich das vermeintliche Problem ohnehin von selbst. Denn eines ist allen Kinobesuchern gemeinsam: Sie wollen den Film ungestört genießen. Mit anderen Worten: Sie wollen auch ihr eigenes Handy ausschalten. Und sollte es doch mal einer vergessen, sollte doch mal ein Handy klingeln, dann wird sich schon ein Kaya Yanar finden, der den Übeltäter zur Ordnung weist.

Quelle: www.news-frankfurt.com

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