Kampf um Nachfolge der DVD
Alles nur eine Frage des Formats

Derzeit konkurrieren zwei Medienformate um die Nachfolge der DVD: Blu-ray und HD-DVD. Beide sind für die Speicherung und Wiedergabe von hochauflösenden Videos geeignet, beide weisen die handlichen Abmessungen ihrer Vorgänger auf. An dieser Stelle enden jedoch die Gemeinsamkeiten, und angesichts der gegenseitigen Inkompatibilität stellt sich die Frage, welches Format für den Verbraucher mehr Attraktivität und Zukunftssicherheit bietet.

DÜSSELDORF. Die beiden Formate werden jeweils von einem ganzen Konsortium von beteiligten Hardware-Herstellern und Filmstudios vertreten. Im Fall der HD-DVD ist das die "HD-DVD Promotion Group", die aus dem "Advanced Optical Disc-Konsortium" hervorgegangen ist und aus 63 Firmen (u.a. Toshiba, Sanyo, NEC) besteht. Die "Blu-ray Disc Association" (BDA) besteht allein in ihrem Vorstand unter anderem aus Apple, Dell, LG, Panasonic, Pioneer, Philips, Samsung, Sony, Twentieth Century Fox und Walt Disney Pictures. Wie man sieht, haben beide Lager einige potente Vertreter der Branche, bei Blu-ray auch einige der großen Hollywood-Studios, die für die Lieferung von attraktiven Inhalten zuständig sind. Deren Einstellung zu HD-Medien könnte eine entscheidende Rolle in der Auseinandersetzung spielen: Letztendlich machen Filme in bester Bild- und Soundqualität nur dann Spaß, wenn es sich um attraktive Titel handelt.

Lizenzgeber DVD-Forum

Das DVD-Forum ist ein Zusammenschluss von über 230 Firmen, dessen Ziel es ist, die Standardisierung im Bereich der Unterhaltungselektronik voranzutreiben. Es besitzt die Rechte am Begriff "DVD" und allen daran gekoppelten Bezeichnungen. Alle an der Konkurrenz zwischen HD-DVD und Blu-ray beteiligten Firmen sind auch Mitglieder des DVD-Forums und stellen dort gegensätzliche Interessengruppen dar. Das DVD-Forum hat im November 2003 maßgeblich in die Auseinandersetzung zwischen den Entwicklern der Blu-ray Disc und der Advanced Optical Disc (AOD) eingegriffen, indem es die AOD vorläufig zum Nachfolger der DVD erklärte. Damit erhielt die AOD die Bezeichnung HD-DVD, das Format ist seitdem für Hardware- und Medienhersteller gegen Lizenzgebühr verfügbar. Diese Entscheidung ist von erheblicher Bedeutung, denn auf der anderen Seite hält allein Sony eine Reihe von Patenten, die die Erstellung und Pressung von Blu-ray-Medien betreffen. Neben der Verwendung des bekannten Begriffs "DVD" kann sich eine viel breitere Basis von Herstellern an der Erstellung von HD-DVD-Titeln und deren Pressung beteiligen.

Technische Unterschiede

Für den Benutzer spielen die durchaus gravierenden konstruktiven Unterschiede zwischen den beiden Medien-Formaten in Bezug auf HD-Videos keine große Rolle. Beide Medien bieten genug Platz für Filme in HD-Qualität, beide Medien unterstützen die neuen Sound-Formate Dolby Digital Plus, Dolby True HD und DTS HD. Medien mit Dolby-Digital- oder DTS-Sound (wie herkömmliche DVDs) können ebenfalls abgespielt werden. Sowohl HD-DVD als auch Blu-ray werden durch den (mittlerweile schon mehrfach geknackten) Kopierschutz AACS geschützt. Mittel- bis langfristig könnte es sein, dass Blu-ray zumindest als Speichermedium für den PC Vorteile hat. Zum einen ist da die größere Kapazität: Rohlinge mit einer Kapazität von fast 50 GB sind bereits jetzt verfügbar, auch wenn Medien und Laufwerke noch sehr teuer sind. Die HD-DVD kann bisher nur mit 30 GB pro Medium dagegenhalten. Da die Daten auf der Blu-ray dichter gespeichert sind, werden dort größere Übertragungsraten erreicht. Im Labor ist zudem schon ein Aufbau mit acht Datenschichten und 200 GB Kapazität gelungen. Bei der HD-DVD liegt das Maximum bisher bei drei Schichten und 45 GB.

Während aktuelle Videotitel den Kapazitätsvorteil der BD noch nicht ausreizen, kann sich das in Zukunft ändern. Für Sammelboxen mit TV-Serien oder üppige Special Editions von Kinofilmen könnte Blu-ray das attraktivere Format sein, weil einfach weniger Medien zum Abspeichern der Daten notwendig sind bzw. mehr Material auf einem einzelnen Medium untergebracht werden kann. Hier könnte sich auch der Kostenvorteil der HD-DVD egalisieren. Solange es um einfache Kinofilme samt Bonusmaterial im üblichen Umfang geht, bieten jedoch beide Formate genug Kapazität, denn HD-Videos mit zwei Soundspuren besitzen einen Platzbedarf von nur rund 12 GB pro Stunde.

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