Klingeltöne rücken dagegen in den Hintergrund
Handy-Spiele werden zum Kassenschlager

Das Geschäft mit den Klingeltönen rückt in Zukunft in den Hintergrund – zumindest, wenn man den US-Marktforschern von IDC glaubt. Schon in diesem Jahr sollen mobile Spiele mehr Umsatz als Klingeltöne bringen, 2008 könnten mit ihnen 1,5 Milliarden Dollar erwirtschaftet werden. Ähnliches prophezeien die britischen Kollegen von Juniper Research: Die Märkte für Mobile Gaming werden in Europa von heute rund 220 Millionen Dollar auf über sieben Milliarden Euro Umsatz in 2009 wachsen.

DÜSSELDORF. Diese Prognosen sorgen für einen überbordenden Optimismus der Spiele-Programmierer. Michele Pes, CEO des Spieleentwicklers 10tacel Studios AG in Darmstadt, spricht von einer „einfachen Rechnung. Jeder hat ein Handy in der Tasche. Es gibt ein paar hunderttausend Konsolen und zig Millionen von PCs, aber Handys existieren mittlerweile in Milliarden-Stückzahl. Dies öffnet die Türen zu direktem und unbegrenzten Zugang zum Endkonsumenten.“

Ein wenig überrascht der Optimismus, denn es ist nicht lange her, dass der Handy-Marktführer Nokia schmerzlich feststellte, wie schwer es ist, mit Mobiltelefonen, die vor allem zum Spielen geeignet sind, Geld zu verdienen. Die mit enormem Werbeaufwand im Sommer 2003 in den Markt gedrückte Spielkonsole N-Gage floppte. An der mangelnden Lust der Spieler lag das nicht. Vielmehr strapazierten Design- und Technikmängel an den Geräten und schlecht angepasste Games die Nerven der Spieler.

Nun hat Nokia angekündigt, die Spieletechnologie von N-Gage auch in andere Smartphones einzubauen. Das bedeutet, dass das reine Spiele-Handy wohl keine Chance mehr bekommt. Diese Entwicklung zeigt aber auch, wie selbstverständlich auch komplexe Spieletechnologie in Zukunft zu jedem Multimediamobiltelefon gehört. Die Zahl der Mobiltelefone, die mit der simplen Programmumgebung Java als Spielebasis ausgerüstet sind, liegt inzwischen ohnehin bei über 250 Millionen Geräten weltweit.

Auch in der Spielentwicklung schreitet die technische Evolution rasant voran. „Wir haben in vier Jahren nachgeholt, wofür die Entwickler von Computerspielen zwanzig Jahre brauchten“, sagt Jan Andresen, Gründer des Wedeler Unternehmens Elkware, das Ende vergangenen Jahres vom amerikanischen Mobile Entertainment-Anbieter Infospace übernommen wurde. „Wir sind inzwischen bei Spielen, die einen 3D-Beschleuniger im Handy brauchen.“

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