Kombination zweier Funktechniken
Rekord beim Mobilfunk-Datentransfer

Mit der Kombination zweier Funktechniken haben Siemens-Forscher eine neue Dimension bei der Datenübertragung im Mobilfunk erreicht: Sie übertrugen bis zu 360 Megabit pro Sekunde (MBit/s) – das ist rund hundertmal schneller als über den leistungsfähigsten DSL-Anschluss.

HB DÜSSELDORF. Bei dem Experiment wurden Videos, Audio-Dateien und eine Konferenz mit Microsoft Net meeting – die besonders hohe Anforderungen an die Übertragungsqualität stellt – über die Mobilfunkleitung geschickt.

Die Versuche sind ein Schritt zur Erzielung hoher Datenraten, die nach Expertenansicht in etwa zehn Jahren zum Standard gehören werden. Als Grundfrequenz wählten die Forscher fünf Gigahertz. Das ist ein Bereich, in dem künftige kommerzielle Übertragungskanäle liegen dürften. Die Bandbreite von 100 Megahertz teilten sie in 256 eng benachbarte Trägerfrequenzen auf, die sich gegenseitig nicht stören. Dieses so genannte Orthogonal Frequency Division Multiplexing schützt die Signale weitestgehend vor Störungen wie Echos, die durch Reflexionen an Gebäuden entstehen. Das Verfahren wird heute schon bei Wireless LAN oder dem digitalen Fernsehen (DVB) und digitalen Rundfunk (DAB) angewandt – ist aber neu für den Mobilfunk.

Neu ist auch die Kombination mit dem Infrastruktur-Konzept des so genannten Multi-Hop, das eine Weiterleitung von Signalen ermöglicht, wenn eine direkte Übertragung zwischen Basisstation und Handy nicht möglich ist. Da die Wellenausbreitung bei fünf Gigahertz von Gebäuden oder beweglichen Hindernissen stärker gestört wird als etwa bei denÜbertragungsfrequenzen von GSM oder UMTS, muss die Funkabdeckung vergrößert werden. Dazu dienen die Multi-Hop-Stationen, die als Mischung aus Basisstation, Verstärker und Router konzipiert sind und bei Bedarf Signale von Zelle zu Zelle weiterreichen.

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