Konferenz in London
Irak will Mobilfunk-Lizenzen versteigern

Die irakische Regierung strebt mehr Wettbewerb in der Telekommunikationsbranche an. Auf einer Konferenz in London soll nun die Lizenzvergabe für die Mobilfunksparte anlaufen. Es gilt, den Markt für internationale Betreiber zu öffnen. Doch die düften sich jenseits von ökonomischen Fragen vor allem für das Thema Sicherheit interessieren. Auch Vodafone ist über eine Partnerschaft am Bieterverfahren beteiligt.

HB DÜSSELDORF. Die Iraq Mobile Telecommunications Conference in London soll am Donnerstag (21.7.) und Freitag (22.7.) führende Mobilfunk-Konzerne, Zulieferer, IT-Firmen, Investoren und die irakische Regulierungsbehörde an einen Tisch bringen. Seit März 2004 ist die National Communications and Media Commission (NCMC) im Irak damit beauftragt, die Lizenzen für Telekommunikation, Rundfunk und Informationsservices zu vergeben.

Die Zeit drängt, denn bis Ende des Jahres soll klar sein, welche Anbieter die Mobilfunk-Lizenzen erhalten. Viele Einzelheiten sind allerdings noch ungeklärt, allem voran die Höhe der Lizenzgebühren und der Beiträge für die Regulierungsbehörde. Außerdem stehen zum jetzigen Zeitpunkt weder die Anzahl der zu vergebenden Lizenzen noch Tarifstrukturen fest.

Auch Details über den gesetzlichen und regulativen Rahmen fehlen bislang. Vorgesehen ist aber offenbar, dass die interessierten Mobilfunkunternehmen in mehreren Durchläufen für die Lizenzen bieten müssen. Die Einzelheiten sollen nun auf der Konferenz geklärt werden, auf der jedoch noch nicht direkt für die Lizenzen geboten werden kann.

Rund 70 Firmen hätten sich für London akkreditiert, erklärte John Glassey von der International Procurement Services (IPS) auf Anfrage von Handelsblatt.com. IPS organisiert die Konferenz gemeinsam mit der irakischen Regulierungsbehörde. Unter den Teilnehmern seien auch die "global führenden Akteure der Mobilfunkbranche". Welche und wie viele Unternehmen sich schon für das eigentliche Bieterverfahren registriert hätten, wollte Glassey nicht verraten.

Die Veranstalter werben mit dem "enormen Potential" des irakischen Telekommunikationsmarktes. Derzeit verfügten nur drei Prozent der 26 Millionen Iraker über einen Festnetzanschluss. Glassey meint, dass in den kommenden drei Jahren rund fünf Millionen Iraker einen Handyvertrag abschließen werden. Experten schätzen, binnen zehn Jahren werden es acht Millionen Iraker sein. Für potentielle Betreiber dürfte allerdings nicht nur Nachfrage oder Profitabilität im Vordergrund stehen, sondern vor allem auch die Sicherheitslage im Land. Allein im letzten Jahr sind sechs Mobilfunk-Ingenieure im Irak entführt worden.

Derzeit sind drei Mobilfunkanbieter im Irak zugelassen. Sie hatten die zunächst für bestimmte Regionen geltenden Lizenzen 2003 über eine öffentliche Ausschreibung erhalten. Ihre Verträge laufen zum Jahresende hin aus, damit nun Langzeitlizenzen vergeben werden können.

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