Konkurrenz für die Telekom
Debitel startet eigenen iPhone-Tarif

Der Mobilfunk-Zwischenhändler Debitel steigt in das Geschäft mit dem Apple-Handy ein. Von Mittwoch an bietet das Unternehmen einen eigenen iPhone-Tarif an - und vergütet Kunden dabei den Mehrpreis, den T-Mobile für das Gerät ohne SIM-Sperre verlangt.

HB STUTTGART. Der Mobilfunk-Zwischenhändler Debitel startet einen eigenen Tarif für das Apple -Handy iPhone und tritt damit in Konkurrenz zur Telekom. Bei Vertragsabschluss erhalte der Kunde 600 Euro vergütet, sagte eine Sprecherin am Dienstag in Stuttgart. "Damit gleicht Debitel den Mehrpreis aus, den T -Mobile für das Gerät ohne SIM-Sperre verlangt.“ Die Telekom muss nach einer Einstweiligen Verfügung das iPhone auch ohne Vertragsbindung anbieten. Mit 999 Euro kostet das entsperrte Gerät allerdings 600 Euro mehr als mit T-Mobile -Vertrag.

Der iPhone-Tarif von Debitel werde von Mittwoch an angeboten und die Kunden könnten das Apple -Handy in den Netzen von Vodafone, O2 und E -Plus nutzen, hieß es. Wie bei den Tarifen von T -Mobile bietet das Preismodell von debitel Inklusivvolumina an Daten, Telefongesprächen und Kurznachrichten. Monatlich fallen den Angaben zufolge 40 Euro an, mit denen 100 Gesprächsminuten, 100 SMS sowie eine Datenflatrate abgegolten sind.

Bis auf die Visual Voicemail sollen alle Funktionen des iPhone auch in den anderen Netzen funktionieren. "Wir freuen uns, iPhone- Käufern die Wahlfreiheit geben zu können, die Kunden von einem Service Provider erwarten dürfen“, sagte Vertriebsvorstand Oliver Steil. Debitel hatte die Exklusivvereinbarung von Apple und T -Mobile kritisiert und dagegen bei der Bundesnetzagentur Beschwerde eingelegt.

T -Mobile vertreibt das Multimedia-Handy seit dem 9. November exklusiv in Deutschland und hat laut Branchenkreisen mehrere zehntausend Kunden unter Vertrag genommen. Die Vereinbarung mit Apple sieht dem Vernehmen nach vor, dass rund ein Drittel der erzielten Umsätze an den US-Konzern weitergeleitet werden.

Auf juristischem Wege versucht der Konkurrent Vodafone, dem Vertrieb nur mit T-Mobile -Vertrag einen Riegel vorzuschieben. Der Konzern befürchtet, dass Nokia oder Motorola künftig ebenfalls auf eine Umsatzbeteiligung pochen könnten.

Am Donnerstag will das Landgericht Hamburg den Streit zwischen T Mobile - und Vodafone verhandeln. Sollte die Telekom Erfolg haben, will sie den freien Verkauf des Apple -Geräts umgehend einstellen.

In Frankreich wird das iPhone unterdessen gleich zum Vertriebsstart am Donnerstag auch ohne Vertragsbindung verkauft - und zwar billiger als in Deutschland. Der Preis für ein entsperrtes Gerät werde über 500 Euro, aber "deutlich unter 1000 Euro“ liegen, sagte der Vorstandschef von France Télécom, Didier Lombard, am Dienstag dem Radiosender Europe 1. In Verbindung mit einem Zweijahresvertrag kostet das iPhone in beiden Ländern 399 Euro. In Frankreich muss das iPhone wegen einer anderen Rechtslage auch ohne Vertragsbindung verkauft werden.

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