Konzern will schnelle Einigung mit Gewerkschaft beim Ausbildungstarif
Fusion auf US-Mobilfunkmarkt birgt Risiken für Telekom-Tochter

Die Deutsche Telekom hat zum ersten Mal eingeräumt, dass die geplante Fusion auf dem US-Mobilfunkmarkt zwischen AT&T Wireless und Cingular negative Folgen für die eigene Tochter T USA-Mobile haben könnte.

dc/slo BERLIN/DÜSSELDORF. "Im Falle einer Konsolidierung ohne Beteiligung von T-Mobile könnten mittel- bis langfristig Wettbewerbsnachteile mit negativen Einflüssen auf Wachstum und Profitabilität entstehen", schreibt der Konzern in seinem gestern veröffentlichten Geschäftsbericht 2003.

Bisher hatte die Telekom vorhergesagt, man werde von der Konsolidierung in den USA profitieren und möglicherweise sein Mobilfunkspektrum erweitern, wenn Cingular und AT&T Wireless aus Wettbewerbsgründen Frequenzen verkaufen müssten. Zudem werde T USA-Mobile die Zeit, die die Konkurrenz für die Fusion braucht, für das Anwerben von Kunden ausnutzen. Analysten hatten jedoch schon länger auch vor der Kehrseite einer Fusion gewarnt. Denn dadurch entsteht ein neuer starker Branchenführer, der den Wettbewerbsdruck im Markt erhöhen könnte.

Die Telekom ist bei ihrem künftigen Wachstum auf ihr Mobilfunkgeschäft angewiesen und da vor allem auf die US-Tochter. Denn in den USA haben erst 50 % der Menschen ein Handy, daher sind dort höhere Wachstumsraten als in Westeuropa möglich. Mit einer konkreten Prognose für ihre Geschäftsbereiche hielt sich die Telekom aber auch in ihrem Jahresbericht zurück. Es heißt dort nur: Der Überschuss soll 2004 durch Umsatzzuwächse und Kostensenkung steigen. 2003 lag der Gewinn bei 1,3 Mrd. Euro.

Um die Kosten zu senken - vor allem beim Personal -, einigte sich der Konzern jüngst mit der Gewerkschaft Verdi auf einen neuen Tarifvertrag, der kürzere Arbeitszeiten und geringere Gehälter bei den Mitarbeitern im Festnetz vorsieht. Offen blieb aber der Streitpunkt Ausbildungsplätze. Der Konzern will dieses Jahr 4 000 junge Leute einstellen, fordert aber, dass Verdi Einschnitten - unter anderem beim Urlaubsgeld der Auszubilden - zustimmt. Die Gewerkschaft lehnt das ab. Gestern warnte Personalvorstand Heinz Klinkhammer: Sollte sich Verdi nicht auf die Abstriche einlassen, werde er Auszubildende in einer neuen Gesellschaft anstellen, die tarifvertragsfrei wäre.

Niedrigere Personalkosten hatte der Konzern als eines der obersten Ziele für 2004 ausgegeben. 2003 lagen diese Ausgaben bei 13,9 Mrd. Euro - etwas höher als im Vorjahr. Das erklärte die Telekom mit höheren Pensionsrückstellungen. Gemessen am Umsatz hatten die Personalkosten einen Anteil von knapp 25 % und damit etwas weniger als 2002.

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