Kundenzahl sinkt - mehr Geld für neue Kunden
Debitel steigert Ergebnis

Debitel hat im ersten Halbjahr bei sinkenden Kundenzahlen sein operatives Ergebnis verbessert. Nun will der Mobilfunk-Anbieter dem Kundenschwund durch eine verstärkte Neukunden-Akquise begegnen und nimmt dabei auch Gewinneinbußen in Kauf.

HB STUTTGART. Im zweiten Quartal habe Debitel europaweit 48 000 seiner 10,32 Mill. Kunden verloren, sagte der neue Vorstandschef Paul Stodden der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag in Stuttgart. "Der Verkaufsprozess (mit dem Finanzinvestor Permira) hat ungewöhnlich lange gedauert", was bei Kunden und im Handel zu "Irritationen" geführt habe, fügte Stodden hinzu. Nun setze Debitel im Vertrieb verstärkt auf die Gewinnung neuer Kunden. Die Kosten dafür würden in der zweiten Jahreshälfte den Gewinn belasten. "Wachstum bleibt unser Unternehmensziel", betonte der neue Konzernchef. Seit Juni habe Debitel allein in Deutschland 150 000 neue Mobilfunk-Kunden gewonnen.

In den ersten sechs Monaten 2004 verfünffachte der größte deutsche Wiederverkäufer von Mobilfunkverträgen sein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf 30 Mill. ?. Grund für den Anstieg seien die geringeren Kosten für die Kundengewinnung gewesen, hieß es. Das Konzernergebnis lag bei 28 Mill. ? nach einem Verlust von drei Mill. ? im Vorjahr.

Für den Umsatzrückgang um drei Prozent auf 1,41 Mrd. ? sei das Auslandsgeschäft verantwortlich gewesen. "Speziell die Niederlande sind in einer Situation, die volle Aufmerksamkeit erfordert", sagte Stodden. Hohe Prämien für die Kundengewinnung ließen sich dort durch die Einnahmen kaum refinanzieren. Daher habe Debitel außerplanmäßig 14 Mill. ? auf den Firmenwert der Tochtergesellschaft abgeschrieben. Positiv entwickelte sich dagegen das Geschäft in Deutschland: Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um zwei Prozent auf 1,04 Mrd. ?. Das Ebit lag bei 46 (16) Mill. ?.

Stodden wollte sich nicht darauf festlegen, ob Debitel auch künftig in allen Auslandsmärkten vertreten bleiben wolle. "Ich muss mich in dem ganzen Geschäft erst mal zurecht finden", bat er um Geduld. Nach drei Monaten könne er mehr sagen. Erst vor zwei Wochen hatte Debitel unternehmensnahen Kreisen zufolge den für das Auslandsgeschäft zuständigen Stephan Fritsch entlassen.

Stodden hatte vor vier Wochen Peter Wagner an der Spitze von Debitel überraschend abgelöst. Im Mai hatte die schweizerische Telefongesellschaft Swisscom das Unternehmen an den Finanzinvestor Permira verkauft. Stodden kam von Siemens, wo er zuletzt die Dienstleistungs-Sparte Siemens Business Services (SBS) leitete. "Ich finde es unheimlich spannend, in einem Unternehmen zu sein, das so jung ist und eine so gute Perspektive hat", begründete er seinen Wechsel.

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