Leit-Artikel: Adidas Smart Ball
Dieser Fußball weiß, ob Sie wie Ronaldo schießen

Spin, Schusskraft, Flugkurve – eine Frage des Trainings. Adidas bringt einen mit Sensoren vollgestopften Fußball heraus, der im Gespann mit einer App zum Trainer wird. Doch sein Stuhl wackelt schon beim Trainingsauftakt.
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DüsseldorfDie Technik infiltriert den Fußball. In Brasilien wird gerade die erste Weltmeisterschaft mit der Torlinientechnologie gespielt – und die hat ihren Wert schon bewiesen. Nun sollen auch Amateurkicker in ein neues Zeitalter gehievt werden. Adidas hat den ersten intelligenten Fußball auf den Markt gebracht: den miCoach Smart Ball.

Mit dem Ball erweitert Adidas seine Serie der elektronischen Trainingshelfer. Sensoren innerhalb der Kugel sollen Daten über Flugkurve, Ballbehandlung, Spin und Schusskraft aufzeichnen und per Bluetooth an die zugehörige App liefern.

Auf dem iPhone oder iPad werden die Ergebnisse ausgewertet und grafisch dargestellt. Mit Tipps zur Leistungssteigerung soll die App zum persönlichen Schusstrainer werden. Kunden mit Android-Geräten bleiben jedoch außen vor. Adidas bietet die App, ohne die der Ball genauso so smart bleibt wie die Lederkugel von 1954, ausschließlich für Apple-Produkte an.

Der Verpackungsinhalt ist übersichtlich: Ladestation, ein Kabel, Stecker und ein Fußball, der auf den ersten Blick fast wie jeder andere Fußball aussieht. Auch die Nahtstruktur mit den Fünfecken ist eher klassisch und verrät nichts über das Innenleben des rund 300 Euro teuren Smart Balls. Nike hat im letzten Jahr mit dem 94fifty ein ähnliches Konzept mit einem Basketball umgesetzt. Mit einem Preis von 249 Euro ist er etwas günstiger als der Adidas-Fußball.

Um seine wahren Eigenschaften zu enthüllen, braucht der intelligente Fußball Strom. Dazu muss der Ball nur auf die angeschlossene Station gelegt werden, die Ladung erfolgt kabellos. Beim ersten Mal passiert jedoch nichts. Erst bei genauerer Betrachtung der Kugel fällt das Piktogramm für Elektrizität auf, das die richtige Position des Balles verrät. Die Station leuchtet grün auf, nach zirka einer Stunde ist der Ball bereit für seine Verbindung mit der App. Die sollte aber auch vor dem Ausflug auf den Sportplatz heruntergeladen werden. Denn mehr als 200 MB können das mobile Datenvolumen ziemlich schröpfen.

Die Kommunikation des iPads mit dem Ball funktioniert problemlos. Bluetooth einschalten, App starten und den Anweisungen folgen. Vor dem ersten Einsatz muss noch die Firmware des Balls aktualisiert werden, doch auch das geht fix.

Nun also die Aufgabe auswählen – zum Beispiel Schusskraft trainieren – Ball hinlegen und in der App auf „schießen” drücken. Doch die skeptische Blicke der Kollegen in der Redaktion lassen Zweifel an Ort und Zeit für den ersten Test aufkommen. Also doch auf einen Platz, am besten mit ein paar Fußballern.

Um die Eigenschaften des smarten Balls genauer zu testen, hat Handelsblatt online sich semiprofessionelle Hilfe geholt – die Kreisliga-A-Fußballer von Holzpfosten Schwerte. Auf dem Kunstrasenplatz am Rande des Ruhrgebiets ist der Eindruck vom Smart Ball ähnlich dem in der Redaktion. Ein guter Trainingsball, sauber verarbeitet, gute Sprungeigenschaften, aber auch nichts Besonderes.

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Kleine Schwächen nerven

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