Leit-Artikel Chromebook C7
Der goldene Käfig von Google

Eine Google zum Mitnehmen, bitte! Das Chromebook C7 von Acer ist eigentlich kein Mini-Notebook, sondern ein platinegewordenes Portal mit den Online-Diensten des Konzerns. Was taugt der Gegenentwurf zum Windows-Rechner?
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DüsseldorfÄußerlich sieht es aus wie ein normales Notebook der 300-Euro-Klasse. Doch wer das Chromebook C7 von Acer einschaltet, bemerkt schnell, was daran so anders ist: Statt einer Benutzeroberfläche im Windows-Stil finden Nutzer wenig mehr als den Browser Chrome. Sämtliche Programme liegen nicht auf der Festplatte, sondern werden aus dem Internet geladen, ebenso die eigenen Dokumente. Das Gerät ist ein Netzcomputer, ein platinegewordenes Portal. Wie praktikabel das ist, zeigt der Test von Handelsblatt Online.

Die Besonderheit des Gerätes liegt im Betriebssystem: Installiert ist nicht Windows, sondern Chrome OS. Das stammt von Google. Der US-Konzern hat die quelloffene Linux-Software als Grundlage genommen und für seine eigenen Online-Dienste optimiert. Das ist schon bei der Einrichtung zu spüren: Ohne Wlan-Verbindung lässt sich das Gerät nicht in Betrieb nehmen, ebenso wenig ohne Nutzerkonto bei dem Internet-Riesen. Mehr braucht es aber nicht, schon nach wenigen Minuten ist das Gerät startklar.

Wer bislang mit Windows arbeitet, wird sich erst mal umgucken müssen. Denn der Desktop ist leergeräumt, noch nicht mal ein Papierkorb ist dort zu sehen. Und wo Microsoft jahrelang den Startknopf platzierte, prangt das Logo vom Google-Browser Chrome, dem Herzstück des Netz-Computers. Eine symbolträchtige Anordnung. Nicht weit daneben ist immerhin ein alternatives Start-Knöpfchen, das ein Fenster mit den installierten Anwendungen zum Vorschein bringt. Weil all das gewöhnungsbedürftig ist, hat der Internet-Konzern eine übersichtliche Anleitung gebastelt, die sich beim ersten Start öffnet. Löblich.

Anders als bei einem Windows-Rechner üblich werden die Anwendungen nicht auf der Festplatte installiert, sie laufen stattdessen komplett online. Ob Youtube, Google Maps oder Spiele: Alles öffnet sich als Website im Browser. Dieses Konzept kennen die meisten Nutzer von ihren E-Mails, die sich online abrufen lassen – Google überträgt es auf alle Programme.

Die vorinstallierten Anwendungen stammen allesamt vom Internet-Konzern: der Browser Chrome und die Suche natürlich, außerdem der Online-Speicher Drive, Mail, Kalender und Textverarbeitung, dazu Youtube, das Soziale Netzwerk Google+ und die Medienplattform Google Play.

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Ohne Internetverbindung geht nicht viel

Kommentare zu " Leit-Artikel Chromebook C7: Der goldene Käfig von Google"

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  • Man muss schon sehr menschenfeindlich sein, um sich in solche Abhängikeit zur inoffiziellen NSA Tochter zu begeben.
    Alle eigenen Daten griffbereit und sortiert für Big Brother.
    Würde Hitler wiedergeboren werden, dann würde es bestimmt auch mit DO NO EVIL auf Wählerstimmen gehen.

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