Leit-Artikel Fensterputzroboter
Putzen, als ob es kein Morgen gäbe

Haben Sie schon den Durchblick? Nach dem langen Winter müssen viele Fenster endlich mal wieder geputzt werden. Der Fensterputzroboter Sichler NC-5649 verspricht schnelle Hilfe. Das Gerät im Test.
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DüsseldorfSeit dem Kaffeevollautomaten und dem Staubsaugerroboter ist scheinbar nicht viel passiert in Sachen Technologisierung des Haushalts. Doch es gibt tatsächlich ein neues Gerät, das einem das Leben erleichtern soll: der Fensterputzroboter. Das Modell Sichler NC-5649 ist im Praxistest von Handelsblatt Online jedoch nicht immer streifenfrei unterwegs.

Optisch ist das Gerät verbesserungswürdig. Der Roboter kostet regulär immerhin 500 Euro, dafür darf man mehr als weißes Plastik und eine Mini-Fernbedienung erwarten. Die Beschreibung hingegen darf ruhig einfach sein, und das ist sie auch. Nur ein paar Zeilen zur Bedienung muss man sich durchlesen. Ein Punkt der dann aber in der Praxis stutzig macht: Auf der Tastatur sind auch „Speed“-Knöpfe zum Einstellen der Geschwindigkeit. Klingt gut, ist aber nur eine Mogelpackung.

Denn die Tasten sind nutzlos und ohne Funktion. Die Fernbedienung ist Standard und wird für mehrere Produkte genutzt. Das spart Kosten. „Die Tasten sind nicht alle belegt, um eine einfachere Benutzerführung des Roboters für Kunden zu ermöglichen“, erklärt dazu der Sichler-Vertriebspartner Pearl. Dass die Tasten nicht belegt sind, steht zwar auch in der Bedienungsanleitung, doch den Punkt übersieht man leicht. So bleibt es bei der gemächlichen Reinigungsgeschwindigkeit von einem Viertelquadratmeter pro Minute.

Die Handhabung des Geräts ist jedoch so einfach wie die Anleitung: Putzüberzieher anlegen, Verlängerungsschnur in die Steckdose, ans Fenster setzen und anschalten. Dann saugt sich der Roboter mit lautem Getöse an die Scheibe an und bewegt sich im Automatikmodus mit rotierenden Bewegungen langsam über das Fenster. Irritierend ist lediglich die 4,5 Meter lange Halteleine, die nur bei Wintergärten oder großflächigen Fensterfassaden zu gebrauchen ist. An einem Fenster oder einer Balkontür sorgt sie zusammen mit dem Stromkabel für ein Kabelgewirr.

Wenn der Roboter seine Kreise zieht, wäre eigentlich der Zeitpunkt, sich ein Buch zu schnappen und ihn die Arbeit erledigen zu lassen. „...man kann bequem vom Sofa aus zusehen“, wirbt der Hersteller. Doch der Lärm ist unerträglich, 68 Dezibel erzeugt der Ventilator bei einem Abstand von drei Metern, teilt Pearl auf Anfrage mit. Ein Rasenmäher kommt auf etwa 80 Dezibel. In einen anderen Raum zu gehen, kommt aber auch nicht in Frage, denn wenn der Roboter nach ein paar Minuten Putzen piepst, muss man ohnehin wieder aufstehen – um ihn auf die nächste Fensterscheibe zu setzen.

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Schlieren und schmutzige Ecken

Kommentare zu " Leit-Artikel Fensterputzroboter: Putzen, als ob es kein Morgen gäbe"

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  • Wer schon mal Profis beim Fensterputzen beobachtet hat, dann hat er gesehen, dass diese IMMER Fensterabstreifer benutzen!
    Das mache ich auch privat seit Jahrzehnten so.
    Diese "Erfindung" hier ist schlichtweg Mummpiz!
    Wie soll man damit die Fensterecken erreichen?!
    Setzen, Sechs!!!

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