Leit-Artikel Garmin Edge 810: Blindflug bei vollem Tempo

Leit-Artikel Garmin Edge 810Blindflug bei vollem Tempo

Schon wieder verfranzt? Fahrradfahrer können sich mit dem Navigationsgerät Garmin Edge 810 den Weg weisen lassen und dann die Strecke bei Facebook posten. Ob das Gerät eine Alternative zum Smartphone ist, zeigt unser Test.
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DüsseldorfSchon wieder falsch abgebogen? Passiert mir auch hin und wieder. In der Nachbarschaft kenne ich mich aus. Aber auf einer längeren Tour mit dem Rennrad geht es eben auch über unbekannte Straßen. Das sind meist die besten Touren. Mit einer Einschränkung: Es gibt es kaum etwas Nervigeres, als kilometerweit in die falsche Richtung zu radeln. Muss ich wirklich den ganzen Berg wieder hoch? Wie schön wäre es, sich nie mehr zu verfahren! Ein neues Spielzeug verspricht genau das: das Garmin Edge 810.

Für Autofahrer gibt es Navigationsgeräte schon seit Jahren – und sie sind nicht mehr wegzudenken. Für Radfahrer sieht die Sache anders aus. Bislang gab es nur wenige überzeugende Lösungen. Manche Zweiradfreunde nutzen das Smartphone, aber auch das funktioniert nicht immer ideal. Was kann das Fahrrad-Navi von Garmin? Hält es, was es verspricht? Und für wen ist es geeignet?

Das Gerät bringe ich am Vorbau des Lenkers an, die Montage geht fix. Den kleinen Bildschirm mit der Karte habe ich so immer im Blick. Neben dem richtigen Weg zeigt der Fahrradcomputer auch Leistungsdaten an – Geschwindigkeit, Distanz und Höhenmeter etwa. Wie beim Smartphone wechselt man durch Wischen von einer Ansicht zur nächsten. Die Navigation funktioniert wie beim Auto – per GPS. Unter freiem Himmel ermittelt das Gerät recht genau die Position. Allerdings dauert es eine Weile, bis das Gerät den Satelliten gefunden hat.

Es gibt zwei Varianten, sich von dem Gerät leiten zu lassen: Entweder gibt man ein Ziel an und lässt die Strecke berechnen. Oder man hat vorher eine Route auf das Gerät geladen, die man nur noch abfahren muss.

Bei Variante eins kommt es sehr auf das Kartenmaterial an (muss extra bezahlt werden). Außerdem funktioniert die Berechnung der Routen am besten auf festen Wegen, abseits der Straße weniger gut. Richtig Spaß macht Variante zwei, also das Abfahren von vorher festgelegten Strecken. Die lassen sich entweder am Computer erstellen oder aus dem Internet laden. Mittlerweile existieren reihenweise Webseiten, auf der Mitglieder ihre Tracks hochladen, die wiederum jeder andere Nutzer kostenlos runterladen kann.

Eine der größten Plattformen im deutschsprachigen Raum ist GPSies, allein für Deutschland liegen hier rund 460.000 Strecken vor. Die Suche lässt sich hier anhand verschiedener Parameter (Länge, Höhenmeter, Wegbeschaffenheit, usw.) so verfeinern, dass jeder eine passende Strecke finden sollte. Die Tracks werden per USB-Verbindung oder Bluetooth an das Gerät gesendet. Die Übertragung lief im Test sekundenschnell, das Gerät erkannte die Strecke (im GPX-Format) sofort.

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  • Kleine Bemerkung:
    Die Begriffe Route, Track und Tracklog meinen unterschiedliche Dinge, deren Bedeutung man zum sinnvollen Nutzen auch des Edge kennen sollte.
    Bei GPSies oder ähnlichen Portalen werden zumeist Tracklogs hochgeladen, Routen dagegen nicht (das steht im Titel anders).
    Es empfiehlt sich bei Garmin Geräten darauf zu achten, daß die Firmware auch wirklich das hält Funktionen fehlerfrei/arm bereitstellt, die auch auf der Verpackung stehen.
    Bei brandneuen Geräten ist die Firmware meist sehr buggy - Updates werden allerding meist regelmäßig bereitgestellt.

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