Leit-Artikel Liquid Z5
Doppeltes Herz, halbe Lunge

Groß muss nicht teuer sein: Acer baut mit dem Liquid Z5 ein Fünf-Zoll-Smartphone samt Platz für zwei SIM-Karten, das 170 Euro kostet. Doch der Kampfpreis macht sich an einer entscheidenden Stelle negativ bemerkbar.
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Smartphones sind längst keine Luxusartikel mehr. Die Geräte diesseits der 200 Euro leisten zwar nicht so viel wie iPhone und Co, reichen aber für viele Nutzer aus. Mit dem Liquid Z5 will auch der taiwanische Hersteller Acer die Sparfüchse und Wenigsurfer erreichen. Rund 170 Euro kostet das Smartphone – was dürfen Nutzer erwarten?

Von vielen Konkurrenzmodellen hebt sich das Gerät durch sein Doppelherz ab: Nutzer können zwei SIM-Karten einlegen und so beispielsweise geschäftliche und private Gespräche getrennt abwickeln oder weiter unter ihrer alten Nummer erreichbar sein.

In dem schlanken und 8,8 mm dicken Kunststoffgehäuse werkelt ein 1,3 Gigahertz schneller Zweikern-Prozessor von Mediatek, was von der Papierform her für eine ausreichende Geschwindigkeit sorgen sollte. Anders als bei vielen Einsteigergeräten gibt es zudem mit Android in der Version 4.2.2 ein Betriebssystem mit vielen aktuellen Verbesserungen aus Googles Software-Laboren.

Der 5-Zoll-LCD-Bildschirm mit 854 x 480 Bildpunkten weckt keine Begeisterungsstürme, aber zeigt für diese Preisklasse eine absolut ausreichende Leistung mit gutem Kontrast und einem breiten Blickwinkel. Er ist gut zu bedienen und antwortet spontan auf Finger-Kommandos. Gespart wurde am Hauptspeicher: Nur vier GB sind an Bord. Die sind schnell mit Bildern oder Musik vollgestopft.

Doch das ist kein Problem. Lobenswerterweise spendiert Acer ein Fach für Micro-SD-Karten. Zusätzlicher Speicher ist also schnell und preiswert nachinstalliert. 32-GB-große Speicherkarten (mehr wird offenbar nicht unterstützt) sind für 20 Euro zu bekommen. So muss das sein!

Wirklich knapp bemessen ist allerdings der Arbeitsspeicher des 147 Gramm schweren Geräts. In  ihm werden die gestarteten Apps für den Prozessor bereitgehalten und verarbeitet. Die gebotenen 512 MB sind wirklich die Untergrenze. Im Test erschien immer wieder ein warnender Hinweis, dass der Arbeitsspeicher zur Neige geht.

Dann heißt es, per Hand offene Anwendungen zu schließen. Sonst leidet die Leistung erheblich. Ein paar Chat-Apps wie Skype, WhatsApp und Google Maps für die Navigation offen, und schon gehen die roten Warnlampen an. Das nervt. Die völlig unverständliche Beschränkung des Arbeitsspeichers hat Acer ein paar Cent Kosten eingespart und hat dafür den größten einzelnen Negativposten im Test geschaffen. Manches wirkt es so, als habe das Gerät nur eine halbe Lunge.

Die Hauptkamera mit fünf Megapixel und LED-Blitz ist dagegen guter Durchschnitt. Um das auszugleichen hat Acer eine Reihe von Hardware- und Softwaretricks eingebaut, was sich im Test aber nicht wirklich positiv bemerkbar machte. Den körnigen Fotos fehlte es an Brillanz und bei schlechten Lichtverhältnissen nahm das Rauschen schnell Überhand. Hoffentlich bessern die Taiwanesen bei der Kamerasoftware bis zum Marktstart noch einmal kräftig nach.

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