Leit-Artikel Metawatch Frame
Ein Sekretär für das Handgelenk

„Freiheit für die Hände“ verspricht die Smartwatch von Hersteller Metawatch. Im Test von Handelsblatt Online überzeugt die Uhr in Verbindung mit dem Smartphone als praktischer Helfer. Doch es hakt noch an vielen Stellen.
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DüsseldorfEs wäre wahrscheinlich anders, wenn die Uhr von Apple stammte. Dann könnte ich mich mit der Smartwatch an meinem Handgelenk als Trendsetter mit hohem Budget für Technik präsentieren. Apple rückt aber mit seiner kolportierten iWatch noch nicht raus, und so nehme ich mit der Metawatch Frame Vorlieb – und fühle mich nicht wie eine hippe Trendsetterin, sondern eher wie ein Computer-Nerd.

Das Gerät stammt von der Firma Metawatch, ein amerikanisches Start-up, das sich auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter eine Anschubfinanzierung gesichert hat. Seit kurzem hat es einen Vertriebspartner in Deutschland, so dass wir das Gerät auch hier kaufen können, ohne Probleme mit dem Zoll.

Die Zielgruppe dieser Uhr scheint klar: Männer. Das Gerät ist so groß, dass es in der Breite mein Handgelenk überragt. Der Tragekomfort lässt für mich daher zu wünschen übrig, ich bin oft erleichtert, wenn ich sie am Abend ablege. Auch sonst ist das Modell, das immerhin rund 200 Euro kostet, und vom Unternehmen als „elegant“ beworben wird, nicht gerade eine Augenweide. Das schwarze Lederband wirft bereits nach ein paar Tagen Tragen kleine Fältchen.

Das Design scheint nicht im Vordergrund gestanden zu haben: Ein Farbdisplay hat die Uhr nicht. Mit der schwarz-gelben Pixeloptik erinnert der Bildschirm an die frühen Gameboys. Da sind andere Hersteller weiter: Die italienische I’m Watch etwa hat ein Farbdisplay und ansprechende Icons.

Doch ein Design á la Apple scheint auch nicht gewollt bei der Metawatch. Im Laufe des Tests wird immer deutlicher: Metawatch richtet sich eher an Tüftler mit viel IT-Verstand als an Otto Normalverbraucher. So können Entwickler im Open-Source-System an eigenen Apps für die Uhr arbeiten.

Ebenfalls sehr bezeichnend ist, dass Metawatch zwei Webseiten betreibt: metawatch.eu und metawatch.org. Die erste Webseite richtet sich an potenzielle Käufer und ist sehr schlicht und seriös: weißer Hintergrund, hübsches Webdesign, gut ausgeleuchtete Fotos von glücklichen Menschen. Das Portal metawatch.org richtet sich dagegen eher an Entwickler. Es ist ist fast komplett in schwarz gehalten – auf der Startseite prangt ein roter Button, der eine zur Faust geballte und in die Luft gestreckte Hand inklusive Armbanduhr zeigt. „Join the Revolution“ steht großspurig am Rand – mach mit bei der Revolution.

Doch auch ohne eine IT-Expertin zu sein und die Welt der Smartwatches revolutionieren zu wollen: Für meinen Job ist die Uhr sehr hilfreich. Sie ist mein kleiner Sekretär. Via Bluetooth ist sie mit dem Kalender auf meinem Smartphone verbunden und erinnert mich mit zartem Vibrieren frühzeitig an Termine. Auch wenn ich morgens vor dem Kleiderschrank stehe, hilft mir die Uhr: Wetter und aktuelle Temperatur werden mir stets angezeigt.

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