„Leit-Artikel“ Microsoft Surface Pro
Der Computer mit Doppelleben

Die Idee ist gut: Das Surface Pro von Microsoft ist ein Tablet-Computer, der gleichzeitig den Heim-PC ersetzen soll. Der Test von Handelsblatt Online zeigt: Das Gerät ist edel, hat aber gewöhnungsbedürftige Schwächen.
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Das Gewicht fällt sofort auf. Wer ein iPad oder anderes Tablet nutzt, dem liegen die etwas mehr als 900 Gramm des Surface Pro schwer in der Hand. Außerdem ist das Gerät von Microsoft mit 1,35 Zentimetern dicker als die meisten Konkurrenten, das iPad beispielsweise misst nur 0,94 Zentimeter. Doch die zusätzlichen Millimeter und Gramm haben ihren Grund: Das Surface Pro soll gleichzeitig auch ein PC sein. Die Amerikaner wollen die eierlegende Wollmilchsau geschaffen haben.

Das Gerät macht – wie der kleine Bruder Surface RT – einen tollen äußeren Eindruck. Die mattgraue Metallhülle aus einer Magnesiumlegierung wirkt widerstandsfähig und der integrierte Ständer wackelt nach dem Aufklappen keinen Millimeter. Ein magnetischer Schnappmechanismus macht den Anschluss einer gleichzeitig als Deckel fungierenden Tastatur zum Kinderspiel. Per Magnet lässt sich auch das Ladekabel an das Gerät anschließen – allerdings ist das Steckerformat kein bekannter Standard. Das mitgelieferte Netzteil überzeugt aber durch eine integrierte USB-Ladeschnittstelle etwa für ein Handy.

Unter dem Tastaturdeckel verbirgt sich ein kristallklares Display (Auflösung 1920 x 1080 Pixel, Full HD), das gestochen scharfe Bilder, Grafiken und Texte liefert, aber relativ stark spiegelt und selbst in indirektem Sonnenlicht schnell an seine Darstellungsgrenzen kommt. Bedient werden kann das Tablet-Laptop entweder per Fingerberührung, per Tastatur oder mitgeliefertem Stift. Über eine (einzelne) USB-Schnittstelle kann etwa auch eine Maus angeschlossen werden.

Ein Schalter am Rand erweckt das Gerät zum Leben und startet die Kachel-Darstellung des Windows-8-Betriebssystems – in weniger als zehn Sekunden. Zu den integrierten Apps zählen etwa Nachrichten- und Wetterangebote, aber auch der Internet-Telefoniedienst Skype, der Microsoft gehört. Ein Wischen vom rechten Rand öffnet das wichtige Optionsmenü. Dort ist auch der Start-Knopf versteckt, der aus allen Anwendungen die Rückkehr zum Heimat-Bildschirm ermöglicht.

Ein Tippen auf die „Desktop“-Kachel zeigt die andere Seite des Geräts, die für eingefleischte Tablet-Liebhaber wohl die dunkle Seite ist: Windows in seiner gewohnten Desktop-Ansicht, die anders als die Windows-8-Oberfläche mit keinen Programmen bestückt ist. Der von früheren Windows-Versionen bekannte Startknopf fehlt allerdings.

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  • Ich habe mir das Surface am Freitag gekauft (nach ca. 6 Monaten Wartezeit). Nach dem ersten testen muss ich sagen, dass ich rundum zufrieden bin! Ausschlaggebend war für mich die Möglichkeit der Stiftbedienung, welche in der Form meines wissens nach bei keinem Alternativgerät gegeben ist. Zudem ist es sehr praktisch, dass alle Windows Programm laufen. Ich nutze das Programm für die Arbeit und für die Uni und habe mit dem Surface jetzt quasi Stift und Papier in die Ecke verbannt und mache mir alle Notizen, egal ob in Vorlesungsskripte (hochgeladen via Onenote) oder kurznotizen während der Arbeit auf dem Surface. Fazit: Supergerät mit Verbesserungspotential um Kleinigkeiten auszumerzen!

  • ja, man sollte vorher schon bedenken, ob man ein "surfbrett" für die couch will (apple & android), oder doch vollwertige PC-Funktionen als tablet-notebook hybriden (windows 8)...

  • Leider habe ich mir kein Surface pro gekauft. Nach zwei Jahre des Wartens habe ich mir wegen des Preises einen Androiden von Sony gekauft, aber nach Tagen des Probierens und Erkennens, dass vieles nicht geht, es schon bereut. Hätte ich nur die 500 Eu mehr ausgegeben. Wer bisher mit einem Windows PC umgehen kann und sich die Anschaffung eines ersten Tablets überlegt, sollte sich die Android- und Windows 8-Welt vorher genau ansehen und ausprobieren. Mein TIP: Wer in der Android-Welt nicht versiert ist, sollte einen Surface pro wählen. Das erspart tagelanges (herum) probieren und feststellen was alles nicht geht.

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