Leit-Artikel Panasonic Lumix GM1
Fotozwerg mit Riesen-Chip

Kaum größer als eine Zigarettenpackung, aber so leistungsfähig wie eine Systemkamera: Die Lumix GM1 von Panasonic soll das Beste aus zwei Welten verbinden. Wie gut ist der Fotozwerg? Die „Premium-Kompaktklasse“ im Test.
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DüsseldorfEs klingt etwas aufmüpfig, was die Lumix GM1 verspricht: Kaum größer als eine Zigarettenschachtel, scheint sie eine typische Kompaktkamera zu sein. Doch dank eines großen Chips und Wechselobjektiven soll das Panasonic-Gerät größeren Modellen in Sachen Auflösung und Qualität die Stirn bieten. Stimmt das oder nimmt der Fotozwerg den Mund etwas voll?

„Das ist doch nur wieder irgendein Leica-Klon“, schießt es mir durch den Kopf, als ich die Lumix GM1 das erste Mal auf einem Foto sehe. Mit einem entscheidenden Unterschied: die Größe. Die Panasonic-Entwickler haben nicht nur das Gehäuse kräftig geschrumpft, sondern auch den Sensor aus der größeren Systemkamera GX-7 hineingepresst. Der von anderen Panasonic-Kameras bekannte Anschluss für Wechselobjektive rundet die hochwertige Ausstattung ab.

Panasonic selbst spricht sogar von der „Premium-Kompaktklasse“. Diesen Begriff benutzen sonst eigentlich nur Autobauer, um ihren neuesten Golf-Konkurrenten zu bewerben. Doch stimmt das, was Panasonic verspricht? Bringt die Lumix GM1 die Leistung einer Systemkamera im Gehäuse einer Kompaktkamera unter?

Als ich die Kamera auspacke, klingt das mit der Premium-Kompaktklasse gar nicht mehr so abwegig. Das Design stimmt, denn alles wurde maßstabsgerecht geschrumpft, die Proportionen wurden also beibehalten. Und auch beim Anfassen überzeugt die Kamera: Am Gehäuse ist von Silber eingefärbtem Kunststoff nichts zu sehen, es besteht komplett aus hochwertigem Magnesium. Auch die griffigen Kunstleder-Oberflächen hinterlassen einen guten Eindruck.

Und dann diese Größe! Die Kamera passt locker in eine Hand, die Jacken- oder sogar die Hosentasche und wiegt nur knapp mehr als 200 Gramm. Abgesehen von dem hervorstehenden Objektiv waren manche Handys vor ein paar Jahren noch wuchtiger.

A propos Objektiv: Dessen Anschluss an die Kamera (Micro-Four-Thrids-Bajonett) war der einzig limitierende Faktor bei der Größe des Gehäuses. Die Kamera ist nur exakt so hoch wie der Außendurchmesser des Bajonetts. Ansonsten wären wohl noch ein paar Millimeter weniger drin gewesen.

Auch das 12-32-mm-Objektiv ist eine Neuentwicklung, trotz des bekannten Anschlusses. Schließlich mussten ja für das Design die Proportionen stimmen. Durch einen Dreh am Objektivring – ebenfalls aus Magnesium – muss die Linse einmal „entfaltet“, sprich ausgefahren werden. Dann wird das Objektiv etwa doppelt so lang – stört aber beim Fotografieren keinesfalls. 

Der Zoombereich von 12 bis 32 Millimeter klingt sehr klein, entspricht aber wegen des kleineren Sensors in etwa einem 18-55-mm-Objektiv an einer Spiegelreflexkamera. Das Zoomen selbst geht an dem Objektivring wunderbar präzise und feinfühlig. Kein Vergleich zu einem Motor-Zoom, der über eine Wippe an der Kamera bedient wird. Hier fühlt man sich wirklich an eine mechanische Leica erinnert.

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