Leit-Artikel Ricoh Theta
Die Kamera mit dem Rundumblick

Spezielle Kompaktkameras ergänzen immer häufiger das eigene Smartphone. Die Theta von Ricoh macht mit einem Knopfdruck 360-Grad-Panoramabilder. Im Test hat es Klick gemacht – trotz einiger Problemchen.
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Fotos kann mit dem Smartphone jeder schießen. Eine zusätzliche Kompaktkamera macht daher nur Sinn, wenn diese etwas Besonderes kann – wie es die Ricoh Theta verspricht. Mit nur einem Knopfdruck erzeugen ihre zwei gegenüberliegenden Linsen samt der integrierten Software ein vollsphärisches Panoramabild. Im Test von Handelsblatt Online entstanden dabei faszinierende Aufnahmen, auch wenn es an einigen Stellen hakte.

360-Grad-Panoramen sind nichts Neues. Fertigt man aber die Bilder mit einer hochwertigen Ausrüstung an und bearbeitet sie anschließend am PC, ist der Aufwand enorm. Lässt man dagegen eine Smartphone-App viele Einzelaufnahmen zusammenpuzzeln, ist die Qualität nicht besonders gut. Die Theta soll es besser machen: Das Gerät im Format einer Fernbedienung hat an gegenüberliegenden Seiten zwei Objektive, deren Aufnahmen es anschließend zusammensetzt. Mit einer Ansichts-Software kann ich mich in diesem Panorama bewegen.

Bei ersten Herumprobieren stelle ich fest: Für das Ergebnis ist entscheidend, wo man die Aufnahmen macht. Die ersten Bilder im heimischen Arbeitszimmer sind zwar im Handumdrehen gemacht, geben aber nicht viel her.

Darum nehme ich Theta überall mit hin: Zur Erstsemesterbegrüßung im Fußballstadion, vorbei an einer Helge-Schneider-Filmpremiere, auf ein Konzert und in die Düsseldorfer Altstadt; auf die Arbeit, in die Mittagspause zwischen Banktürmen und Hochhäusern. Die Aufnahmen sind auf der Online-Plattform theta360.com zu sehen.

Aber meine Skepsis, die nach den ersten Versuchen aufgekommen ist, will noch nicht so recht weichen. Schnappschüsse im Dämmerlicht oder aus der Hüfte geschossen sind verwischt und grobkörnig, Gesichter lassen sich selten gut erkennen. Panoramen „problemlos und in jeder Situation“ verspricht Ricoh. Und ich denke: Das ist etwas dick aufgetragen. Zumal bei Fotos, die man mit dem Gerät in der Hand schießt, der Daumen immer zu sehen ist. Und ob mir das zusagt, da bin ich mir nicht so sicher.

Die WLAN-Funktion verschafft Abhilfe: Die Kamera verfügt zwar nicht über einen klassischen Selbstauslöser, lässt sich aber mit dem iPhone verbinden. Mit der kostenlosen App lassen sich Aufnahmen aus der Ferne auslösen – schraubt man die Kamera auf ein Stativ, ist der Finger nicht zu sehen. Die Bilder lassen sich direkt aufs Mobiltelefon übertragen und dort betrachten. Wenn man möchte, kann man das Gerät auch so konfigurieren, dass es die Standortdaten aufzeichnet.

Die Bedienung der App funktioniert recht einfach. Allerdings überlässt es Ricoh dem Kunden herauszufinden, dass nur über die App eine manuelle Reglung der Bildhelligkeit vorgenommen werden kann. Einmal eingestellt, bleibt die Einstellung beibehalten, auch wenn die Kamera ohne WLAN-Verbindung genutzt wird.

Die Steuerung per WLAN gelingt aber nicht immer. Die Verbindung will manchmal nicht auf Anhieb klappen, manchmal reißt sie ab, wenn der Sperrbildschirm des iPhones einsetzt. Dumm, wenn das beim Gruppenbild in der Boxhalle passiert.

Immerhin, die Bilder, die ich Theta beim Training entlockt habe, begeistern mich. Die gute Hallenausleuchtung erweist sich als vorteilhaft, ebenso das verwendete Stativ. Aber es muss ja auch ohne gehen. Überschwänglich packe ich die Kamera ein, auf das Stativ verzichte ich – bei Sonnenschein am Rhein. Und auch hier, ein paar Wolken ziehen über den blauen Himmel, zeigt sich Theta von ihrer guten Seite.

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