„Leit-Artikel“ Solarlader Goal Zero: Das Klimaretterchen

„Leit-Artikel“ Solarlader Goal Zero
Das Klimaretterchen

„Energiewende zum Mitnehmen“? Das Solar-Ladegerät Switch 8 füllt den Smartphone-Akku, ohne dass Kohlendioxid und Kosten anfallen. Doch das hehre Vorhaben lässt sich in der Praxis oft kaum umsetzen, wie unser Test zeigt.
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DüsseldorfKlimaschutz ist nichts für Vergessliche. Zumindest wenn sie ihr Smartphone mit einem Solar-Ladegerät wie dem Switch 8 von Goal Zero betanken wollen. Damit der Stromspender einsatzbereit ist, wenn der Akku sich der Null-Prozent-Marke nähert, muss man ihn rechtzeitig in die Sonne legen. Aber lässt sich die charmante Idee, kostenlose und saubere Energie für Smartphone und MP3-Player selbst zu erzeugen, auch im Büroalltag umsetzen?

Das Gerät funktioniert im Prinzip wie eine Solaranlage auf dem Dach. Die Sonne fängt ein Paneel ein, das aufgefaltet die Größe eines Buches hat. Bis zu 3,5 Watt Leistung verspricht der Hersteller. Ein Akku in Zylinderform, der per Kabel angeschlossen wird, speichert die Energie. Bei prallem Sonnenschein ist er innerhalb von fünf bis zehn Stunden voll – dieser Wert variierte beim Test erheblich. Wenn es regnet, schadet es dem Gerät zumindest nicht, es ist nach Angaben des Herstellers wetterresistent.

Der Vorteil dieser Konstruktion: Den handlichen Speicher kann ich auch ohne das Solarpaneel bequem mitnehmen. So habe ich die Möglichkeit, MP3-Player, Handy oder Tablet später zu laden. Dafür schließe ich es einfach per USB-Kabel an. Innerhalb von einer Stunde ist das Smartphone wieder bei 100 Prozent – zumindest wenn der Akku genug Strom hergibt.

Damit die Paneele überall Sonne einfangen können, haben sie an den Seiten Laschen, mit denen sie sich am Rucksack festschnallen oder an der Hauswand aufhängen lassen, sofern man ein Band oder einen Nagel zur Hand hat. Die handlichen Zellen passen aber auch unter den Griff meines Rucksacks, wo ich sie einfach einklemme.

Hersteller Goal Zero bewirbt sein Ladegerät als „Energiewende zum Mitnehmen“. Doch das in der Theorie so einfache Prinzip lässt sich für einen Büroarbeiter gar nicht so leicht in die Praxis umsetzen. Um den Akku zu füllen, muss ich die Paneele möglichst lange und möglichst direkt in die Sonne legen – am meinem glücklicherweise schattigen Arbeitsplatz im Büro ist das jedoch kaum möglich.

Auch wenn ich unterwegs bin, ist der Ladestand am Abend nicht viel höher. Nach einem sonnigen Märztag auf der Cebit, an dem ich auch einige Zeit draußen unterwegs bin, habe ich nicht genügend Strom, um mein ziemlich leeres iPhone wieder aufzutanken. Da bleibt nur, die Paneele rechtzeitig auf dem Balkon oder der Dachterrasse zu laden – wenn man dran denkt. Oder den Akku gleich per USB am Rechner aufzuladen. Das ist zwar nur klimafreundlich, wenn man Ökostrom bezieht, dafür aber sehr einfach.

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77.000 mal tanken für 100 Euro

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  • Wir wollen jetzt mal zu den Fakten kommen, und ich hoffe, daß die Herren Steingart, Jakobs und Stock einmal mitlesen:

    Teilt man die Atmosphäre und die Wassermenge auf der Erde durch die Bevölkerung (7 Mrd. Menschen), dann kommt man pro Kopf auf 763.000 Tonnen Luft und 200 Millionen Kubikmeter Wasser: das letzte entspricht dem Füllvolumen der Edertalsperre.

    Nun möchte ich vom HANDELSBLATT gern wissen, wie lange ein Mensch leben muß, bis er (unter der fiktiven Annahme, "seine" Natur wäre gegenüber dem Anteil der übrigen Menschheit abgrenzbar) durch Aktivitäten wie "Radfahren für's Klima", Bäumchenpflanzen oder eben das Benutzen irgendeines Solarmoduls (anstatt was eigentlich?) die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre und des darunter liegenden Ozeananteils soweit verändert kann, daß das überhaupt chemisch eindeutig meßbar wird. Sind das 10.000 Jahre? 100.000? Immer unterstellt, daß ein subtil gestiegener CO2- bzw. (im Wasser) HCO3-Anteil nicht sofort irgendeinen geochemischen oder biologischen Prozeß veranlaßt, mehr CO2 oder HCO3 aufzubrauchen und z.B. am Ozeanboden zu sedimentieren.

    Wie lange will das HANDELSBLATT sich noch zum Verkündigungsorgan von etwas machen, das man bei großem Wohlwollen als öko-esoterische Religion, bei strengerem Maßstab aber als groteske wissenschaftsfeindliche Spinnerei erkennen müßte?

    Wir haben schon 2009 einen Grundsatzreport veröffentlicht, der aufzeigt, daß selbst in dem Fall, daß der CO2-Gehalt der Atmosphäre ansteigen würde, dies auf keinen Fall physikalisch zu der als Gefahr hochgeschriebenen "Erderwärmung" führen könnte.

    Der Titel der Studie: "Rettung vor den Klimarettern".

    Das deckt die "Retterchen" auch mit ab.

  • ja, ja

  • Seit wann haben den Outdoortrecker in ihren Plastikroben etwas mit Öko zu tun? Die Outdoorindustrie verkauft Gefühle unter Profitmaximierung.
    Das fängt mit den Sklaven in den Schneidereien an und geht nicht nur bis zu den vergifteten "Gold"berauschten in den Coltanminen.

    All das hat mit Adrenalin zu tun und nicht mit Ökologie, wie leicht ein kleiner Querschnitt aus duRöhre, Visagenbuch oder ähnlichen Quellen für die Teilnahme an "Outdoor"-Abenteuern entnommen werden kann.

    Was soll also das dämliche Herumhacken auf Leuten, die nichts für diese überflüssige Industrie können?
    Genau: man beruhigt sein eigenes schlechtes Gewissen indem man anderen völlig unzutreffend Verfehlungen unterstellt.

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