„Leit“-Artikel Sony DSC QX100

Kamera-Auge fürs Smartphone

Das soll eine Kamera sein? Die QX100 von Sony hat weder Sucher noch Display, gesteuert wird mit dem Smartphone. In unserem Test lieferte das Gerät gute Bilder, es hatte allerdings manchmal Verständigungsprobleme.
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Wie das Handy zur Profikamera wird

Kamera zum Anstecken: Die Cybershot DSC QX100 lässt sich mit vielen Smartphones verbinden.

DüsseldorfSonys neuester Streich in Sachen digitaler Fotografie sieht auf den ersten Blick aus wie ein Wechselobjektiv für eine digitale Systemkamera. Doch die Cybershot DSC QX100 kann mehr als das: Sie soll jedes moderne Smartphone in eine 20-Megapixel-Zoomkamera verwandeln. Soweit das Versprechen. Rund 400 Euro kostet der Aufsatz, der etwas kleiner als eine normale Getränkedose ist. Zielgruppe sind alldiejenigen, die ohnehin immer ihr Smartphone in der Tasche haben, aber bessere Bilder wollen.

Obwohl die QX100 wie ein Objektiv aussieht, hat sie die Leistungsdaten einer vollwertigen Kompaktkamera. 20 Megapixel Auflösung, Blendenöffnung von F1.8 bis 4.9, dazu HD-Video und Zoom per Schalter oder Handrad; auch ein Micro-USB-Anschluss zum Aufladen und Transferieren von Daten sowie ein Steckplatz für Micro-SD-Karten gehören zum Funktionsspektrum. Alle weiteren Bedienelemente, ebenso wie der Sucher, werden an das Smartphone ausgelagert, mit dem sich die Kamera per Wlan verbindet.

Statt eines bei Kameraobjektiven üblichen Bajonettverschlusses gibt es zwei ausklappbare Greifärmchen mit rutschfesten Gummipolster. Eines davon ist federbelastet und lässt sich auf 75 Millimeter ausziehen. Damit ist Sonys Xperia Z1 so ziemlich das größte Smartphone, an das man die Q100 anklemmen kann, Samsungs Note 3 ist bereits zu breit. Einmal angebracht, hält der Aufsatz sicher, die Konstruktion aus Telefon und der 180 Gramm wiegenden Extra-Kamera ist aber recht kopflastig.

Anklemmen und losknipsen
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Wir haben die QX100 mit einem Sony Xperia Z1 getestet. Die Kamera spricht aber mit jedem neueren iPhone, iPad und allen Android-Geräten der Versionen 2.3 bis 4.2.

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Das Objektiv wird nicht über der Kamera des Smartphones platziert. Es reicht, das Gerät irgendwo ans Telefon zu klemmen. Kameraobjektiv und Smartphone kommunizieren über Wlan miteinander.

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Mit den ausziehbaren und mit Gummibeschichtung versehenen Klemmen lässt sich das Objektiv an den meisten Smartphones anbringen. Wer aber die Ergonimie einer echten Kamera erwartet, wird enttäuscht. Die Konstruktion ist sehr vorderlastig und muss fest in den Händen gehalten werden.

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So wird sie am Telefon befestigt. Die Platzierung des An-/Ausschalters ist etwas unglücklich gewählt. Mehrmals haben wir die Kamera beim Anstecken aus Versehen ausgeschaltet.

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Der Ladestatus des Akkus lässt sich über ein kleines LCD an der Seite des Geräts ablesen. Hier warnt auch gleichzeitig ein kleines Symbol, dass keine Speicherkarte eingelegt ist.

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Man kann die Kamera auch auf ein Stativ schrauben. Das Gewinde am Boden macht es möglich.

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Haben Kamera und Smartphone dann Verbindung aufgenommen, erscheint das (leicht verzögerte) Sucherbild auf dem Display des Smartphones. Auch Auslöser, Zoom und Autofokus können nun über den Bildschirm gesteuert werden. Die Auslösertasten des Smartphones funktionieren leider nicht.

Etwas komplizierter als die mechanische Verbindung von Telefon und Kamera ist es, die beiden Geräte zur Kommunikation zu bewegen. Wer ein neues Smartphone von Sony hat, kann sich glücklich schätzen. Sobald die „Play Memories“ genannte App installiert ist, reicht ein kurzes Aneinanderhalten von Telefon um Kamera – per NFC-Chip wird die Verbindung hergestellt.

Mit anderen Geräte muss die QX100 erst von Hand über das Wlan-Menü gekoppelt werden; und auch dann ist die Prozedur – je nach Gerät – zeitraubend. Wie auch immer die Verbindung zustande kommt – fünf Sekunden dauert es mindestens, bis das Sucherbild auf dem Display des Smartphones erscheint.

Im Alltag bewährt sich die Kombination aus QX100 und Xperia Z1 ganz gut. Ist das etwas zeitraubende Zusammensetzen einmal gelungen, lassen sich die gängigsten Kamerafunktionen über das Smartphone-Display flott einstellen. Die Bildqualität ist ansprechend. Bei Tageslicht gelingen mit der QX100 tadellose Bilder. Auch in der Dämmerung geraten die Aufnahmen noch zufriedenstellend und ohne zu deutliches Rauschen. Zu dunkel sollte es aber nicht sein, da – je nach eingesetztem Smartphone – der Blitz ziemlich schwach ist.

Kein Gerät für Schnappschüsse
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