Leit-Artikel Sony Smartwatch 2
Ziemlich wuchtig und ein bisschen schlau

Das Smartphone ist nicht genug: Sony hat mit der Smartwatch 2 einen Begleiter fürs Handgelenk entwickelt, der Anrufe und E-Mails meldet. Der Test zeigt: Die intelligente Uhr hat Tücken – und ein beträchtliches Gewicht.
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DüsseldorfIst das Smartphone schlau genug? Nein, zumindest nicht, wenn es nach Sony geht: Der Hersteller bewirbt seine Smartwatch 2 damit, dass sie das Betriebssystem Android „besser“ macht. Die Armbanduhr gibt ihrem Träger ein diskretes Signal, wenn auf dem Computer in der Tasche beispielsweise eine E-Mail oder Facebook-Nachricht eingeht. Aber was bringt das? Ein Intelligenztest mit Schönheitskomponente.

Die Schönheit ist bei Uhren wichtiger denn je. In Zeiten von Smartphones geht es auch ohne sie, daher sollen sie schmücken. Über das Äußere der Smartwatch 2 lässt sich indes streiten. Das Gehäuse ist wuchtig, weil viel Elektronik reinpassen muss – da unterscheidet sich das Sony-Gerät wenig von der Konkurrenz. Damit ist es eher etwas für breitere Handgelenke. Auch die schlichte Metall-Optik wird auf gemischte Reaktionen stoßen. Für mich kann es ruhig etwas verspielter sein, aber das ist eine Frage des Geschmacks, also diskussionswürdig.

Das mitgelieferte Metallarmband dürfte auch keine Begeisterung wecken. Es ist nicht besonders bequem. Immerhin lässt es sich durch einen beliebigen Riemen ersetzen – anders als bei der Konkurrenz. In der Samsung-Smartwatch Gear versteckt sich dafür eine kleine Kamera und ein Mikrofon.

Ohne Smartphone kann die Smartwatch wenig mehr als ein normaler Chronograf. Immerhin lassen sich vier verschiedene Ziffernblätter einstellen. Für Nostalgiker gibt es sogar welche mit digital nachgeahmten Zeigern. Das LCD-Display ist auch bei Sonnenlicht gut erkennbar, zudem lässt sich die Beleuchtung mit einem Druck auf den seitlichen Knopf verstärken.

Die Intelligenz kommt indes von außen – also vom Smartphone. Das funkt per Bluetooth Daten auf die Smartwatch, beispielsweise E-Mails, Facebook-Nachrichten oder Tweets. Kompatibel ist die Uhr mit allen Android-Modellen, die Version 4.0 oder höher nutzen. Damit versteht sie sich mit einem Großteil der aktuellen Geräte. Damit unterscheidet sie sich von der Galaxy Gear, die wegen einiger ausgefeilter Funktionen bisher nur im Zusammenspiel mit einigen wenigen Samsung-Modellen funktioniert.

Die Einrichtung ist allerdings nichts für Ungeduldige: Vor der ersten Nutzung sollte die Sony-Smartwatch 30 Stunden laden. Bevor das Smartphone Verbindung aufnehmen kann, muss man darauf zwei Sony-Apps installieren. Ist das erledigt, koppeln sich Uhr und Telefon ohne große Verzögerung. Am schnellsten geht es mit der Nahfunk-Technik NFC, die etliche Smartphone-Modelle beherrschen.

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