Marktbereinigung
Europas Telekombranche im Fusionsfieber

Die Marktbereinigung der europäischen Telekombranche rollt und Spekulationen schießen ins Kraut. Vor allem kleine Ex-Monopolisten wie dänische TDC und die irische Eircom werden immer wieder als Übernahmekandidaten genannt. Doch ins Visier der Schwergewichte Telefónica und Deutsche Telekom sind auch milliardenschwere Konzerne wie niederländische KPN und der britische Mobilfunkbetreiber O2 geraten.

dpa BONN/FRANKFURT. Hintergrund der neuerlichen Avancen der Telekom-Giganten ist vor allem die Umsatzerosion im traditionellen Festnetzgeschäft. Darüber hinaus setzt auch die zunehmende Marktsättigung im Mobilfunk die Unternehmen unter Zugzwang. Auf der Käuferseite sieht Per Hellgren-Ola von der Landesbank Rheinland-Pfalz vor allem Telekom und Telefónica. "Erste Schritte sind getan", sagt auch Martin Gutberlet vom Marktforschungsunternehmen Gartner.

Nach dem rigiden Schuldenabbau verfügen die Unternehmen wieder über einen finanziellen Spielraum, den sie für Zukäufe aufbringen können. Laut einer Studie der Credit Suisse First Boston liegen in den Kriegskassen von Telekom, Telefónica, Vodafone, France Télécom, und Telecom Italia bis zu 100 Mrd. Euro bereit. Und das sind zugleich auch die Konzerne, die das Tempo der Konsolidierung vorgeben.

Als erste zeigten die Franzosen unlängst, wohin die Post geht: Für 6,4 Mrd. Euro erwarb France Télécom die spanische Amena und schloss damit für sich eine Lücke auf einem der größten Mobilfunkmärkte in Westeuropa. Für fast den doppelten Preis ging in Italien die Mobilfunkgesellschaft Wind an Finanzinvestoren.

Seitdem reißen die Meldungen über Fusionen nicht ab: Laut Medienberichten sondiert die Telefónica den Kauf von KPN und würde damit über E-Plus auch auf den deutschen Mobilfunkmarkt vordringen. Damit würde dem Unternehmen nach dem gescheiterten UMTS-Abenteuer doch noch der Einstieg in Deutschland gelingen. Bereits vor fünf Jahren hatten die Unternehmen Fusionsgespräche geführt, diese aber schließlich verworfen.

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