Microsofts neues Windows
Gut Vista will Weile haben

Mein PC ist wie meine Modelleisenbahn. Immer gibt es irgendwas zu basteln und zu schrauben. Und jetzt ist wieder Zeit für eine Operation am offenen Prozessor: Nach fünf Jahren und reichlich Verzögerungen bringt Microsoft im Januar mit Vista den Nachfolger von Windows XP auf den Markt. Muss man jetzt alles neu kaufen?

HB DÜSSELDORF. Als Testkandidaten mussten ein Vista RC1 (Vorabversion von Vista) und ein etwas betagter Fujitsu-Siemens Scaleo 600 aus dem Testpark herhalten. Eine brave Arbeitsmaschine mit Pentium 4 (3,06 Gigahertz Taktfrequenz) und riesiger Festplatte, die klaglos (soweit das möglich ist) mit einer XP Media Center Edition ihren Dienst versieht.

Per Online-Testprogramm wurde bei Microsoft die Fähigkeit zum Update geprüft und die erste Überraschung folgte auf dem Fuß: Obwohl nur 512 MB Speicher vorhanden sind, empfiehlt das Programm das teurere "Vista Home Premium" als beste Wahl - Microsoft selber gibt dafür aber 1 Gigabyte Speicher als Minimum an.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Erwartungsgemäß war so kein zufriedenstellendes Arbeiten möglich. Ein zweiter Speicherriegel mit 512 MB (ca. 60 Euro) brachte die erhoffte Geschwindigkeit. Ansonsten wurde nur die TV-Karte bemängelt und leider das Virenprogramm (AntiVir). Die Grafikkarte (Nvidias GeForce 5600) hielt tapfer mit, aber die neue verspielte Oberfläche mit transparenten Fenstern namens "Aero" saugt enorm viel 3-D-Leistung. Eine neue Karte (ab ca. 200 Euro) wäre auf Dauer angebracht.

Nach Eingabe des Identifikationsschlüssels und Online-Aktivierung brauchte das Setup-Programm mehr als zwei Stunden, um Vista aufzuspielen. Positiv: Im Testfall hat es einwandfrei funktioniert, der Rechner war sofort startklar.

Eine Sidebar am rechten Bildschirmrand des neuen Bildschirms bietet allerlei kleine Programme, die das Leben erleichtern sollen. Eine nette Spielerei. Nützlich ist das integrierte Suchfenster im Startmenü. Das Auffinden verloren geglaubter Dateien oder E-Mails wird deutlich erleichtert. Wesentlich funktionaler kommt der Mediaplayer daher, was vor allem Musikfreunde erfreuen wird.

Die wichtigsten Neuerungen stecken aber unter der Haube. Der Internet Explorer 7 etwa bietet - nur mit Vista - eine Art Sandkastenmodus. Alles aus dem Internet darf dann maximal in einen temporären Ordner schreiben, kann also nichts dauerhaft ändern. Ein Anti-Spywareprogramm ist ebenfalls dabei.

Nach einer Woche Vista lässt sich, von gelegentlichen Ungereimtheiten einer Vorabversion abgesehen, ein ebenso positives wie unspektakuläres Fazit ziehen. Die Bedienung ist für alte Windows-Hasen unproblematisch, mit diversen aufgespielten Standardprogrammen für XP gab es keine Probleme. Einzig Antivirenprogramme machen manchmal Zicken.

Fazit: Wer zuhause ein gut geflegtes XP System hat, kann sich erst einmal entspannt zurücklehnen. Vista hat Zeit. Voraussetzung ist aber, dass XP, Internet Browser und Virensoftware immer auf dem aktuellsten Sicherheitsstandard gehalten werden. Wer diese Arbeit scheut, sollte schon alleine deshalb an das pflegeleichtere und ab Werk besser geschützte Vista denken.

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