Mini-Tablet Nexus 7 kann bestellt werden

Früher als erwartet ist das Google-Tablet Nexus 7 in Deutschland zu haben. Das nur 200 Euro teure Gerät ist deutlich kleiner als ein iPad. Apples Einstieg in den Mini-Tablet-Markt steht wohl kurz bevor.
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Nexus-7-Tablet auf der Google I/O in San Francisco. Das Mini-Tablet ist jetzt auch in Deutschland erhältlich. Quelle: Reuters

Nexus-7-Tablet auf der Google I/O in San Francisco. Das Mini-Tablet ist jetzt auch in Deutschland erhältlich.

(Foto: Reuters)

BerlinGoogle hat früher als erwartet mit dem Verlauf seines Mini-Tablets Nexus 7 in Deutschland begonnen. Das vom taiwanischen Hersteller Asus produzierte Gerät wird derzeit noch exklusiv über den Play Store von Google angeboten. Später soll das Android-Tablet aber auch „bei ausgewählten Handelspartnern in Deutschland“ zu haben sein, wie Google am Montag mitteilte. Beobachter erwarten, dass beispielsweise die Märkte der Media-Saturn-Gruppe das Google-Gerät vom 3. September an vertreiben werden.

Google tritt mit dem Nexus 7 zum einen gegen Marktführer Apple an, der sein iPad bislang nur mit einem größeren 10-Zoll-Bildschirm offeriert. Experten erwarten allerdings, dass Apple noch in diesem Herbst auch ein kleineres 7-Zoll-Gerät als iPad mini auf den Markt bringen wird. Laut Wall Street Journal kommt das iPad mini im Oktober. Das Nexus 7 konkurriert aber auch mit Android-Tablets anderer Hersteller wie Samsung oder Motorola sowie dem Kindle Fire von Amazon, der in Deutschland allerdings bislang noch nicht angeboten wird.

Was Google gegen Apple ins Rennen schickt
Google Announces Nexus Tablet At Its Developers Conference I/O
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Mit einem eigenen Tablet-Computer rüstet sich Google für den Wettbewerb gegen Apple. Der Internet-Riese stellte am Mittwoch den iPad-Konkurrenten Nexus 7 vor, der mit einem Einstiegspreis von 200 Dollar auf den Massenmarkt zielt. In Deutschland kommt das Gerät zunächst nicht heraus.

Das Nexus 7 zeige, wie Google sich die Nutzererfahrung auf Tablets vorstellt, sagte Manager Hugo Barra. Das kompakte Vorzeigegerät im Sieben-Zoll-Format ist auf die Möglichkeiten von Android abgestimmt und bindet die Software-Plattform Google Play eng ein. Diese wird zu einer Medienzentrale und bietet künftig neben Anwendungen auch Filme, TV-Sendungen und Magazine an.

Google Announces Nexus Tablet At Its Developers Conference I/O
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Auch im Wohnzimmer will Google die Nutzer künftig erreichen - mit einer kugelförmigen Streaming-Box, die Musik und Videos auf Fernseher oder die Stereoanlage bringt. Das Nexus Q getaufte Gerät greift dabei auch auf Online-Dienste wie Google Play zu. Es koste rund 300 Dollar und werde zunächst nur an US-Kunden verkauft, teilte Google mit. Auch hier tritt der Konzern gegen Apple an, das sein Apple TV für rund 100 Dollar anbietet.

Google Announces Nexus Tablet At Its Developers Conference I/O
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"Es ist der erste soziale Medienplayer der Welt", sagte ein Google-Manager über den Nexus Q. Das Gerät verbindet demnach Online-Unterhaltungsangebote mit Fernseher und Stereoanlage. Der Medienplayer lässt sich über mobile Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android bedienen. Es kann gleichzeitig von verschiedenen Menschen gesteuert werden.

Google Announces Nexus Tablet At Its Developers Conference I/O
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Noch ein Experiment ist dagegen die Datenbrille Google Glass: Sie kann Informationen aller Art vors Auge projizieren, mit einer Kamera die Umgebung aufnehmen und Live-Bilder senden. Google übertrug den Flug von Fallschirmspringern auf die Leinwände im Kongresszentrum. Ausgewählte Entwickler können das Gerät nun für 1500 Dollar vorbestellen. Es handle sich auf keinen Fall um ein ausgereiftes Produkt für Verbraucher, betonte Google-Mitgründer Sergey Brin.

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa räumte Brin ein, dass die futuristische Brille für viele Menschen noch komisch aussehe. „Es wird in ein paar Jahren aber einen Punkt geben, wo es merkwürdiger aussehen wird, wenn Leute im Gehen die ganze Zeit auf den Bildschirm ihres Smartphone herunterschauen.“ Bei dem Projekt gehe es darum, eine einfach zu bedienende Technologie zu entwickeln, die dem Menschen nicht im Wege stehe.

US-IT-INTERNET-GOOGLE-GLASS
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Google will seine internetfähige Computerbrille allerdings schon in zwei Jahren auf den Markt bringen. Die mit kleinen Kameras, Lautsprechern und Displays ausgestatteten Brillen sollten dann "deutlich weniger" als 1500 Dollar (1200 Euro) kosten, kündigte Brin an. Für diesen Preis will Google nun zunächst Anfang kommenden Jahres Entwicklungsmodelle an Brillendesigner herausgeben. "Das ist wirklich eine neue Technologie, und wir wollen, dass Sie helfen, dieser eine Form zu geben", sagte Brin.

Google hatte die Brille im April erstmals in einem Video vorgestellt. Sie soll vor allem Smartphones überflüssig machen. Ziel ist, dass beispielsweise E-Mails, Straßenkarten oder Wetterinformationen in das Brillenglas eingeblendet werden. Über eingebaute Mikrofone sollen Nutzer die Datenbrille mit Sprachbefehlen steuern.

Am Mittwoch inszenierte Google die Möglichkeiten dieser Brille aufwändig: Fallschirmspringer stürzten sich mit den Brillen aus einem Flugzeug und landeten auf dem Dach des Gebäudes, in dem die Google-Konferenz stattfindet. Anschließend wurden die Brillen von Fahrrad-Akrobaten und einem Fassadenkletterer bis in den Konferenzsaal getragen. Die gesamte Zeit über übertrugen die Stuntmen live ins Internet, was sie mit der Brille sahen. Brin sagte, er habe "nicht wirklich geglaubt", dass die Brille all dies problemlos mitmache.

Vic Gundotra of Google speaks at Google I/O 2012 Conference
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Große Anstrengungen steckt der Internet-Riese weiterhin in sein Soziales Netzwerk Google+, das vor einem Jahr an den Start gegangen war. Er kündigte Applikationen an, mit den sich der Dienst auf Tablet-Computern komfortabel nutzen lässt. Google-Manager Vic Gundotra (Foto) betonte, Google+ sei auf einem guten Weg: Derzeit habe das Online-Netzwerk 150 Millionen aktive Nutzer und wachse weiter schnell. Insgesamt hätten sich 250 Millionen Menschen registriert.

An Android 4.1 "Jelly Bean" mobile operating system logo is seen during Google I/O 2012 Conference at Moscone Center in San Francisco
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Die neue Android-Version 4.1 alias Jelly Bean (Gelee-Bonbon) wartet mit etlichen neuen Funktionen auf. Die überarbeitete Spracherkennung ist vollständig auf dem Gerät installiert und funktioniert somit, anders als Apples Spracherkennung Siri, ohne Internetverbindung. Das Siri-Pendant ist zunächst lediglich in Englisch verfügbar, weitere Sprachversionen sollen bald folgen.

Weitere Neuerungen: Über die Nahfunk-Technologie NFC sollen Nutzer Kontakte, Fotos und Videos mit einer simplen Geste austauschen können. Die Verbindung mit Bluetooth-Geräten wie Kopfhörern oder Headsets wird wesentlich vereinfacht. Zudem überarbeitet Google die Benutzeroberfläche.

Die Auslieferung des Systems für Smartphones und Tablet-Computer soll Mitte Juli beginnen. Bis Nutzer die Software auf ihrem Gerät haben, vergeht erfahrungsgemäß aber einige Zeit - falls der Gerätehersteller überhaupt ein Update anbietet.

Ausführliche Informationen zu allen Änderungen finden Sie hier: Google zündet bei Android den Turbo.

Das Nexus 7, das in den USA Ende Juni vorgestellt wurde, war das erste Gerät mit der neuen Android-Version 4.1 („Jelly Bean“). Mit dem Tablet erhofft sich Google auch einen Schub für seinen Online-Store Play, über den nicht nur Apps vertrieben werden, sondern auch Filme, Bücher, Zeitschriften und Musik. In Deutschland ist das Musik-Angebot allerdings noch nicht verfügbar. Um die Nutzung des Play Stores voranzutreiben, erhalten Käufer des Nexus 7 „für eine begrenzte Zeit“ eine Gutschrift über 20 Euro, die im Play Store eingelöst werden kann.

Mit einem Speicher von acht Gigabyte kostet das Nexus 7 in Deutschland 199 Euro, mit 16 GB sind es 249 Euro. Hinzu kommen jeweils 9,99 Euro Versandgebühren. Das Nexus 7 unterstützt WLAN, kann aber nicht in Mobilfunknetzen online gehen.

  • dpa
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