Mobile Kommunikation wird vielseitiger
Handys übernehmen immer mehr Aufgaben

Mobiltelefone werden immer vielseitiger. Vor zehn Jahren noch wurden Besitzer eines Handys oft als Angeber belächelt. Heute gibt es in Deutschland rund 65 Millionen Handy-Nutzer und manche Geräte arbeiten sogar schon als Brandmelder.

HB HAMBURG/BONN. „Früher hat man automatisch zum Schlüsselbund und zur Geldbörse gegriffen, wenn man das Haus verlassen hat. Jetzt wird auch das Handy eingesteckt“, sagt Holger Knöpke, Leiter der Strategieabteilung von T-Mobile in Bonn. „Und in wenigen Jahren werden wir vielleicht nur noch das Handy einstecken.“

Abzusehen ist bereits, dass das Kommunikationsgerät bald zum elektronischen Schlüssel wird. Außerdem kann das Telefon als „Geldkarte“ dienen; das Handy macht dann das Mitführen von Bargeld oder einer Kreditkarte überflüssig. Letzteres wird bereits in Japan praktiziert. Axel Schafmeister, Pressesprecher bei Siemens mobile in München, nennt weitere Szenarien: „Unsere Forscher experimentieren unter anderem mit verschiedenen Sensoren, die sie in Handys einbauen.“ Dabei kommen dann Telefone heraus, die - auf dem Nachtisch abgelegt - auch noch als Brandmelder fungieren.

Nach einem Besuch in der Kneipe könnte das Handy außerdem die Alkoholkonzentration in der Atemluft seines Besitzers messen und so freie Fahrt geben oder die Heimfahrt per Taxi empfehlen. Nahe liegend ist auch die Navigation mit dem Handy: Auf dem Display erscheint ein Stadtplan, auf dem sich der Nutzer in Form eines roten Punktes wiederfindet. So kann er leicht seine Position bestimmen. Und in Berlin laufe nun ein erster Versuch, Fernsehen aufs Handy zu bringen. Möglich ist auch, dass das Telefon beim Einkauf im Geschäft mit Hilfe der Strichcodes Preise einscannt. Es geht dann ins Internet und gibt dem Besitzer Bescheid, ob er das gleiche Produkt andernorts günstiger kaufen kann.

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