Mobile World Congress 2008
Telekombranche sucht neue Ideen

Zur Eröffnung der weltgrößten Mobilfunkmesse in Barcelona wird es am Montag nicht nur lachende Gesichter geben: Die Telekomausrüster blicken düster in die Zukunft. Zwei Tage nach Cisco hat sich am Freitag auch Alcatel-Lucent skeptisch zu der Marktentwicklung in diesem Jahr geäußert. Der Konzern erwartet einen rückläufigen Weltmarkt für Telekomnetze.

PARIS/DÜSSELDORF. "Es gibt enorme makroökonomische Unsicherheiten, vor allem mit Blick auf die USA", begründete Alcatel-Lucent -Chefin Pat Russo die Vorsicht. Sie rechnet für den Konzern im laufenden Jahr nur mit einer Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (Ebit) von drei bis fünf Prozent, Analysten hatten mit 5,5 Prozent gerechnet.

Darüber hinaus streicht der Konzern die Zahlung einer Dividende und hat den Wert des US-Konzerns Lucent um 2,5 Mrd. Euro gemindert. Der Umsatz des Gemeinschaftsunternehmens lag mit 17,8 Mrd. Euro 2007 aber über den Erwartungen der Analysten.

Auch die Konkurrenten Ericsson und Nokia Siemens Networks (NSN) sind für dieses Jahr skeptisch. Sie erwarten zwar keinen schrumpfenden Markt, aber einen stagnierenden. Grund für den Pessimismus ist der Kostendruck der Mobilfunknetzbetreiber wie Vodafone. Sie kämpfen mit gesättigten Märkten und fallenden Minutentarifen. Um ihre hohen Gewinnmargen zu sichern, regiert der Rotstift. Ihren Kostendruck geben sie an Ericsson, Alcatel -Lucent & Co. weiter. "Wenn die Netzbetreiber investieren, drücken sie mächtig auf die Preise, indem sie die Anbieter gegeneinander ausspielen", sagt Telekomanalystin Helena Nordman-Knutson vom Stockholmer Börsenmakler Öhman.

Aber mit Investitionen halten sich die Mobilfunkbetreiber momentan ohnehin zurück. Die schnellen UMTS-Netze in Europa sind noch immer nicht ausgelastet - deshalb steht der Ausbau von Kapazitäten nicht an erster Stelle. Erschwerend kommt hinzu, dass sich in immer mehr Ländern konkurrierende Mobilfunkbetreiber zusammentun, um sich ein Netz zu teilen - so zum Beispiel die Deutsche-Telekom -Tochter T -Mobile mit dem Anbieter 3 in Großbritannien. Das zwingt die Ausrüster der Netze zu drastischen Einschnitten beim Personal. Alle großen Anbieter haben bereits angekündigt, jeweils mehrere Tausend Stellen zu streichen.

Seite 1:

Telekombranche sucht neue Ideen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%