Mobile World Congress
Funk' mir mal 'nen Euro!

Riesige Bildschirme, geschwätzige Maschinen, Handys als Brieftasche: Die Mobilfunkbranche hat auf dem Mobile World Congress in Barcelona aktuelle Trends vorgestellt. Was wichtig war, was wichtig bleibt – ein Überblick.
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Smartphone statt Kleingeld?

Schon seit Jahren sprechen Mobilfunker und Banken vom elektronischen Portemonnaie – dieses Jahr könnte den Bezahlsystemen im Handy tatsächlich der Durchbruch gelingen. Denn es haben sich zwei Schwergewichte zusammengetan: Alle künftigen Smartphones von Samsung enthalten das mobile Zahlungssystem von Visa. Dessen Konkurrent Mastercard kündigte das System Masterpass an, das als eine Art digitale Brieftasche für alle Lebenslagen gedacht ist.

Dieses Angebot dürfte sich Paypal genau angesehen: Der Zahlungsdienstleister will ebenfalls die Plastikkarten ablösen. Und auch Blackberry ermöglicht den Geldtransfer per Smartphone, zunächst allerdings nur in Indonesien: Dort können Nutzer über den Kommunikationsdienst BBM Beträge an andere überweisen. Ob das Verfahren auch andernorts eingeführt wird, ist unklar.

Der Erfolg der digitalen Brieftasche hängt auch davon ab, ob sich eine Technologie durchsetzt: NFC.

Funk mir mal 'nen Euro

Die Nahfunk-Technologie NFC ist ein Phantom: Die Mobilfunkbranche spricht seit Jahren darüber, aber sinnvolle Einsatzmöglichkeiten gibt es kaum. Dabei funktioniert sie – etwa um auf die Schnelle Kontaktdaten zu tauschen, Fotos vom Handy auf den Fernseher zu übertragen oder die Daten auf einer externen Festplatte zu sichern. Sony zeigte auf dem Mobile World Congress eine Reihe von Geräten aus eigenem Haus, mit denen das reibungslos funktioniert.

Doch die mobilen Bezahlsysteme mit der Funktechnologie gibt es bislang fast ausnahmslos nur auf der Messe zu sehen. „Der Erfolg wird sich nicht einstellen, wenn es nicht eine kritische Masse an Bezahlmöglichkeiten im Handel gibt“, sagte Blackberry-Manager Andrew Bocking im Gespräch mit Handelsblatt Online. Um die Nutzer zu locken, dürfe NFC nicht nur das Bezahlen vereinfachen, sondern auch das Drumherum, etwa die Verwaltung von Kundenkarten. „Es wird noch einige Zeit dauern, bis ich mein Portemonnaie zu Hause lasse und mein Smartphone mitnehmen kann“, sagte Bocking.

Groß, größer, Phablet

Ob die vielen neuen Riesen-Smartphones praktisch oder unpraktisch sind, hängt ganz von der Nutzung ab. Zum Telefonieren sind die Klopper reichlich unhandlich. Dagegen eignen sich die großen Bildschirme prima, um bequem im Internet zu surfen, E-Mails zu tippen oder Videos anzuschauen. Marktforscher halten die oft als Phablets bezeichneten Geräte für den nächsten – nun ja – großen Trend. Ganz vorne ist übrigens Asus mit dem Fonepad, ein Tablet mit Telefonfunktion: Es misst in der Diagonale stolze 7 Zoll, fast 18 Zentimeter.

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