Mobilfunk
Netzagentur senkt Durchleitungsgebühren drastisch

Handybesitzer in Deutschland können sich bald auf weiter sinkende Preise im Mobilfunk freuen: Die Bundesnetzagentur hat die sogenannten Mobilfunk-Terminierungsgebühren deutlich gesenkt. Dabei orientiert sich die Bundesbehörde an anderen EU-Ländern.
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HB BONN. Die Bundesnetzagentur kündigte am Dienstag in Bonn eine drastische Senkung der Entgelte für Durchleitung von Handy-Gesprächen durch fremde Netze von rund 50 Prozent an. Nach der vorläufigen Entscheidung der Behörde liegen die Preise für die vier nationalen Betreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und Telefónica O2 für die sogenannte Terminierung zwischen 3,33 und 3,37 Cent je Minute.

Bislang lagen diese Gebühren doppelt so hoch - bei 6,6 bis 7,1 Cent je Minute. Die Preise sind einer der wichtigsten Posten der Netzbetreiber bei der Berechnung der Minutenpreise, die sie von den Handykunden verlangen.

Der Präsident der Behörde Matthias Kurth begründete die Entscheidung mit der generellen Absenkung der Entgelte in den EU- Ländern. Die Vorschläge fügten sich gut in das europäische Niveau ein, betonte Kurth. Erstmals müssen die Preisvorschläge der Bundesnetzagentur noch durch ein nationales Genehmigungsverfahren und von der EU-Kommission abgesegnet werden. Eine endgültige Entscheidung wird bis zum Ende des ersten Quartals 2011 erwartet. Die Durchleitungspreise gelten vom 1. Dezember 2010 bis 30. November 2012. Allerdings muss später noch die Europäische Union zustimmen.

Die Mobilfunkbetreiber hatten sich gegen eine Absenkung der Weiterleitungsgebühren gewandt. "Die Entscheidung der Bundesnetzagentur behindert die Breitbandstrategie der Bundesregierung, da dem Markt unnötig Investitionsmittel entzogen werden", sagte René Schuster, Chef der Telefónica O2 Germany. Kunden in ländlichen Gebieten hätten "bei einer vorausschauenderen Entscheidung zu den Mobilfunk-Terminierungsentgelten wesentlich schneller mit mobilem Breitband versorgt werden können".

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