Mobilfunkanbieter in Deutschland
O2 will zur Nummer Drei aufsteigen

Die Gerüchte, dass E-Plus und O2 ihre Kräfte in Deutschland bündeln und gemeinsam den beiden großen Konkurrenten Vodafone und T-Mobile die Stirn bieten, halten sich hartnäckig. Zunächst müssen beide jedoch allein überleben. Dabei will der kleinste deutsche Mobilfunkanbieter O2 weiterhin schneller wachsen als sein nächstgrößerer Konkurrent E-Plus.

HB HANNOVER. Die Konzentration auf umsatzfreudige Kunden und umsatztreibende Angebote wie Musik-Downloads, mobiles Internet oder E-Mail-Verkehr sollen dafür sorgen, dass mit weniger Kunden höhere Erlöse als bei E-Plus erwirtschaftet werden.

Der Chef der O2-Muttergesellschaft MMO2, Peter Erskine, sagte am Mittwoch anlässlich der Technologiemesse CeBIT in Hannover: "Wir sind derzeit der viertgrößte Anbieter, aber wir werden in Deutschland, dem größten europäischen Markt, die Nummer Drei werden." Bei der Höhe des Umsatzes werde O2 E-Plus von der Position des drittgrößten Netzbetreibers verdrängen. Einen Zeitpunkt dafür wollte Erskine nicht nennen. Als MMO2 von der BT Group vor zweieinhalb Jahren abgespalten wurde, seien die Geschäfte schlecht gelaufen. Mittlerweile hätten sich alle Töchter in Großbritannien, Irland und Deutschland zu verlässlichen Unternehmen entwickelt. "Und die Spitze ist noch nicht erreicht", fügte Erskine hinzu.

E-Plus und O2 rangieren auf dem deutschen Mobilfunkmarkt mit weitem Abstand hinter den beiden Marktführern T-Mobile und Vodafone D2. Mit 5,6 Mill. Kunden liegt O2 klar hinter E-Plus zurück und kommt damit auf einen Marktanteil von rund neun Prozent. Der Marktanteil von E-Plus liegt mit 8,2 Mill. Kunden bei rund zwölf Prozent. Da die O2-Kunden ihre Handys überdurchschnittlich häufig nutzen, belaufe sich der auf O2 entfallende Umsatzanteil von O2 Germany jedoch bereits auf zehn Prozent, sagte Erskine. Zudem gewann O2 in den zurückliegenden Quartalen mehr Kunden als E-Plus.

Um sich eine dauerhaft profitable Geschäftsbasis im deutschen Markt zu sichern, müssen sowohl O2 wie auch E-Plus aber noch wachsen. Aus diesem Grund wird seit Jahren in der Branche und an den Finanzmärkten über eine Zusammenlegung der beiden kleinsten Mobilfunkanbieter spekuliert, um einen damit schlagkräftigen Konkurrenten zu Vodafone und T-Mobile zu schaffen. Ein von der E-Plus-Mutter KPN vor wenigen Wochen unterbreitetes Übernahmeangebot hatte MMO2 jedoch als ungenügend abgelehnt.

E-Plus-Chef Uwe Bergheim reagierte auf die Ambitionen von O2 gelassen. "E-Plus ist so erfolgreich wie noch nie", sagte der Manager auf der Technologiemesse CeBIT. Das Unternehmen sei Preisführer und verfüge über ein qualitativ hochwertiges Netz. "Ich sehe keinen anderen Weg für O2 die Nummer Drei im deutschen Markt zu werden als über eine Fusion mit uns", fügte er hinzu. "Vor drei Wochen hätten sie dieses Ziel erreichen können, aber sie haben die Offerte von KPN abgelehnt", sagte Bergheim.

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