Mobilfunkbetreiber wehren sich
Internet-Telefonie erobert das Handy

Nahezu umsonst telefonieren, und das, so lange man will – ein Traum für die von hohen Gebühren geplagten Handy-Benutzer. Dieser könnte schon bald in Erfüllung gehen. Denn die europäischen Mobilfunkbetreiber wollen nicht länger tatenlos zusehen, wie Software-Freaks Möglichkeiten entwickeln, mit denen man per Handy fast gratis telefonieren kann.

BARCELONA. Angriff ist die beste Verteidigung – deshalb bereiten mehrere Mobilfunkbetreiber Angebote zur mobilen Internet-Telefonie vor. Und auf der weltgrößten Mobilfunkmesse 3GSM in Barcelona bieten Software-Firmen fertige Lösungen für Endkunden und Mobilfunkbetreiber an.

Die geldschonende Zauberformel lautet VoIP – Voice over IP. Im Festnetz ist die Technik, bei der Sprache in Form von Datenpaketen übers Internet verschickt wird, längst Realität. Skype und mehrere andere Unternehmen bieten die Möglichkeit seit mehreren Jahren an. Im Mobilfunk gab es diese Technik – von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen – dagegen bislang nicht.

Aus Angst vor Einnahmeverlusten haben die großen Mobilfunkbetreiber die Einführung des mobilen VoIP bislang gebremst, denn mit ihr ließen sich teure Auslandsgespräche mit dem Handy via UMTS oder drahtlos übers Internet zum Ortstarif führen. Mittlerweile hat sich aber die Einsicht durchgesetzt, dass die Entwicklung nicht mehr zu stoppen ist.

In Schweden, einem der europäischen Länder mit den meisten Breitband-Anschlüssen und W-Lan-Einwahlknoten, bietet der von Hutchison Whampoa aus Hongkong kontrollierte Mobilfunk-Betreiber „3“ seit Anfang Februar für umgerechnet rund 30 Euro im Monat unbegrenzte Handy-Nutzung für Inlandsgespräche und Internet-Nutzung. Außerdem entwickelte „3“ zusammen mit dem Handy-Branchenführer Nokia eine mobile Skype-Variante. Der Skandinavien-Chef von „3“, Shlomo Liran, spricht von einer „Revolution für die gesamte Branche“. Er rechnet damit, dass mobile Internet-Dienste durch das Flatrate-Prinzip den Kunden die Angst vor den Kosten nimmt. Nur per Flatrate lassen sich die angesichts hoher Datenmengen sonst recht hohen Kosten begrenzen.

Joakim Westh, Strategie-Verantwortlicher beim weltgrößten Mobilfunknetz-Ausrüster Ericsson glaubt ebenfalls, dass kein Weg an der mobilen Internet-Telefonie vorbei führt. „Sehr viele Mobilfunkbetreiber sind dabei, solche Dienste zu entwickeln und anzubieten“, sagte der Ericsson-Spezialist. Westh betonte aber, dass künftig Gratis-Varianten wie Skype nur eine untergeordnete Rolle bei mobilem VoIP spielen werden. Die meisten Angebote würden kostenpflichtig sein, aber vermutlich günstiger als normale Handy-Tarife. Auch Handelsbanken-Analyst Jan Dworsky ist sich sicher: „In ein, zwei Jahren wird das ein ganz großer Markt werden“, sagte er in Barcelona.

Die großen Telekommunikationskonzerne wie Nokia und Ericsson arbeiten seit langem an mobilen VoIP-Lösungen. Allerdings gehen sie dabei aus Rücksicht auf die Empfindlichkeiten ihrer großen Kunden, der Netzbetreiber, sehr behutsam vor. „Bei VoIP wollen wir eng mit den Netzbetreibern zusammenarbeiten“, räumte auch Miles Flint, Chef des japanisch-schwedischen Handy-Joint Ventures Sony Ericsson auf der 3GSM ein.

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