Mobilfunkmarkt
Billiganbieter lassen Vodafone kalt

Im heftigen Preiskampf der Billiganbieter auf dem Mobilfunkmarkt will Vodafone D2 nicht mitmischen. "Wir bleiben bei unserer Linie und sehen keine Notwendigkeit zu reagieren", sagte der neue Deutschlandchef des britischen Mobilfunkriesen, Friedrich Joussen, bei der Vorlage der Quartalszahlen in Düsseldorf. Vielmehr machten sich die Discounter mit ihren Preisschlachten selbst Konkurrenz. Vodafone D2 wolle dagegen mit Innovationen und Produkten überzeugen.

dpa DÜSSELDORF. Beim Kundenwachstum bleiben die Düsseldorfer dem Marktführer T Mobile - (28,7 Millionen Kunden) dicht auf den Fersen. Bis Ende September sei die Zahl der Nutzer auf 28,3 Mill. gestiegen, teilte Vodafone in einem Zwischenbericht mit. Dabei fiel der Zuwachs im dritten Quartal mit 540 000 Kunden ähnlich hoch aus wie bei T-Mobile und O2. Nur E-Plus lag mit 330 000 deutlich dahinter.

Trotz der zunehmenden Marktdurchdringung in Deutschland - inzwischen telefonieren im Schnitt 77 Millionen Menschen mit einem Handy - sieht Joussen weiterhin gute Chancen für Wachstum. Im europäischen Vergleich liege Deutschland noch im Mittelfeld. Ein Handy-Besitzer telefoniere pro Tag im Durchschnitt lediglich vier Minuten. Das sei im Vergleich zu den USA extrem wenig und noch steigerungsfähig.

Mit Sorgen blickt der Deutschland-Chef dagegen auf die Erhöhung der Mehrwertsteuer. Es bleibe zwar noch Zeit, aber das "beeinflusst unser Geschäft erheblich", sagte Joussen. Er ließ offen, wie Vodafone auf die Steuererhöhung reagieren wird.

Zum ersten Halbjahr 2005/06 (31. März) kletterte nach weiteren Angaben von Joussen der Umsatz der deutschen Tochter um drei Prozent auf 4,1 Mrd. Euro und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um ein Prozent auf 2,0 Mrd. Euro. Der gesamte Vodafone-Konzern steigerte mit weltweit 171 Millionen Kunden im ersten Halbjahr seinen Umsatz um sechs Prozent auf 17,7 Mrd. britische Pfund. Das Ebitda legte um mehr als drei Prozent auf 6,7 Mrd. Pfund zu.

Im gesamten Verbund des weltweit größten Mobilfunkkonzerns ist Vodafone D2, trotz einer leicht rückläufigen Gewinnmarge (46,4 Prozent), absolut gesehen weiterhin die ertragreichste und umsatzstärkste Tochterfirma. Bei der Marge schnitt Vodafone Italy allerdings deutlich (53,9) besser ab.

Zufrieden zeigte sich Joussen mit der Entwicklung der Datendienste und der wachsenden Zahl von UMTS-Kunden. Ende September waren es insgesamt 815 000 Kunden, bis zum Jahresende soll die Marke von einer Million erreicht werden. Erfolgreich seien vor allem E-Mail, Mobile TV und Mobile Music gewesen. Im gesamten Konzern zählte Vodafone Ende September fünf Millionen UMTS-Kunden.

Im kommenden Weihnachtsgeschäft steht nach den Worten von Joussen UMTS ganz im Vordergrund. Inzwischen entschieden sich acht von zehn neuen Vertragskunden für ein UMTS-Handy. UMTS sei der Hebel, um werthaltiges Umsatzwachstum zu erzeugen.

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