Mobilfunkmesse 3GSM: Mobilfunker greifen nach dem Internet

Mobilfunkmesse 3GSM
Mobilfunker greifen nach dem Internet

Die Millionenmetropole Barcelona platzt aus allen Nähten: Zehntausende Besucher und 1 300 Aussteller auf der weltgrößten Mobilfunkmesse 3GSM sorgen für Gedränge in der katalanischen Hauptstadt. Die Branche muss angesichts gesättigter Märkte und sinkender Preise neue Geschäftsmodelle ausloten. Der Fokus liegt dabei auf dem mobilen Internet.

BARCELONA. Die Mobilfunker wollen alle Dienste, die auch im World Wide Web verfügbar sind, auf das Handy holen. Das beschert ihnen allerdings nicht nur zusätzliche Einnahmequellen, sondern auch neue Konkurrenz: Web-Konzerne wie Ebay und Google drängen mit Macht in den Mobilfunk. Sie haben es auf die Handy-Kunden als Ziel für Werbebotschaften abgesehen. Google etwa wildert mit dem Internet-Telefonie-Angebot Google Talk bereits im Revier der Telekom-Konzerne. Vodafone-Chef Arun Sarin mahnte die Konkurrenten in Barcelona deshalb zur Eile: „Wir müssen unsere Ideen schneller in die Tat umsetzen, sonst nehmen uns andere die Butter vom Brot.“

Das Problem liegt für die Mobilfunker nach Ansicht zahlreicher Experten darin, dass sie die Bedürfnisse ihrer Kunden nicht kennen. Das gilt nicht nur für die mobile Welt. Auch der Chef des Festnetzanbieters British Telecom räumt selbstkritisch ein: „Die Branche hat lange nur technologische Innovationen vorangetrieben.“ Nun würde aber die Attraktivität von Dienstleistungen über künftige Umsatzsteigerungen entscheiden. Die Mobilfunker hoffen deshalb, dass die Inhalte, die sich im Internet als Renner erwiesen haben, auch mobil erfolgreich werden.

Die Handy-Branche versucht bereits seit einigen Jahren, mit dem schnellen Datenübertragungsstandard UMTS die mobile Nutzung von Daten anzukurbeln. Bisher sind ihre hochfliegenden Erwartungen aber enttäuscht worden. Experten gehen dennoch davon aus, dass Daten-Angebote bald Fahrt aufnehmen. „Die Teile des Puzzles kommen jetzt zusammen“, sagt Niek von Veen vom Marktforscher Forrester. „Auch das herkömmliche Internet hat Jahre gebraucht, bis es durchgestartet ist.“ Marco Boerries, bei Yahoo verantwortlich für die mobile Nutzung des Internets, ist sicher, dass das Web schon in wenigen Jahren von mehr Handy-Besitzern als PC-Anwendern benutzt wird.

Die Mobilfunker wollen nicht nur die Übertragung gewährleisten, sondern auch an den Werbeeinnahmen der Web-Konzerne partizipieren. Die, so argumentieren die Mobilfunker, erhöhten durch eine mobile Verbreitung die eigene Reichweite und könnten dadurch höhere Preise von ihren Anzeigenkunden verlangen. An diesem Plus wollen die Mobilfunker beteiligt werden. „Die Einnahmen durch das mobile Surfen allein reichen nicht aus, um den Preisverfall beim Sprachgeschäft aufzufangen“, erläutert Dan Bieler vom Branchendienst IDC das Kalkül dahinter.

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