Monti prüft französische UMTS-Vergabe
Druck von Bouygues Telecom

Die EU-Kommission leitet ein Verfahren ein, welches die Vergabe von UMTS-Lizensen in Frankreich überprüfen soll. Der französische Mobilfunkanbieter Bouygues Telecom hatte sich früher schon bei der Kommission beschwert.

HB BRÜSSEL. Frankreich droht damit ein neuer, weitreichender Konflikt mit der EU-Kommission. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti muss entscheiden, ob die Vergabe der UMTS-Lizenzen durch die französische Regierung in den Jahren 2001 und 2002 gegen die Wettbewerbsregeln verstieß. Dazu zwingt ihn der französische Mobiltelefonanbieter Bouygues Telecom. Der Konzern behauptet, beim Milliardenpoker um den Einstieg in die dritte Handy- Generation massiv benachteiligt worden zu sein.

Im Oktober 2002 hatte Bouygues eine Beschwerde bei der EU eingereicht. Weil Monti den Vorwürfen nicht nachging, verklagte das Unternehmen die Kommission bereits im Februar wegen Untätigkeit beim Europäischen Gerichtshof. Wie das Handelsblatt am Wochenende aus Kommissionskreisen erfuhr, hat Monti jetzt unter dem Druck eines EuGH-Verfahrens eine Prüfung des Falles angeordnet.

Bouygues Telecom wirft der französischen Regierung vor, den beiden Mobiltelefon-Anbietern Orange und SFR Cegetel durch eine nachträgliche Reduzierung der UMTS-Lizenzpreise entscheidende Startvorteile verschafft zu haben. Frankreich hatte im Januar 2001 die Exklusivrechte für die neue Mobilfunkgeneration nicht wie in Deutschland in einem klassischen Bieterverfahren vergeben, sondern im Rahmen eines „Beauty Contest“. Dabei entschied nicht der höchste Preis, sondern die Attraktivität des Gesamtangebots. Für jeweils 4,95 Mrd. Euro kamen die Tochter des Ex-Monopolisten France Telecom, Orange, und der Vivendi-Ableger SFR zum Zuge. Bouygues sowie die Gruppe Suez Lyonnaise-Telefónica zogen ihre Kandidatur wegen der Höhe des Preises zurück.

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